Direktsaat: Wunschdenken und Realität Pflügen auf zehn Zentimeter Tiefe 

Pflugloser Kunstwiesenumbruch auf zehn Zentimeter Tiefe

(13.05.2015) Auch im Biolandbau setzen immer mehr Betriebsleiter auf reduzierte Bodenbearbeitung. Besonders die Mulchsaat (ganzflächige Bearbeitung bis maximal 10 cm Tiefe) eignet sich gut für die Stoppelbearbeitung und Saatbettbereitung zwischen zwei Ackerkulturen. Wichtige Voraussetzungen für den Erfolg sind geeignete Maschinen und günstige Witterungsverhältnisse. Beim Kunstwiesenumbruch stellt sich die Frage, ob mit einer nur 10 cm tiefen Bearbeitung ein befriedigendes Resultat erzielt werden kann. Denn es entstehen bei einer flachen Bodenbearbeitung hartnäckige Grasmotten, welche die Saatbettbereitung erschweren und bei feuchter Witterung sofort wieder anwachsen.

Die Kunstwiese muss in jedem Fall vor dem Umbruch gemäht oder gemulcht werden. Die FiBL-Praxisversuche haben zudem gezeigt, dass ein Umbruch mit einer herkömmlichen Kurzscheibenegge oder einem Flügelschargrubber nur mit mindestens 3-5 Arbeitsgängen möglich ist, was natürlich einen zu grossen Arbeitsaufwand und eine beachtliche Bodenbelastung bedeutet. Bessere Resultate wurden mit dem gezogenen Flachgrubber mit Gänsefussscharen von Treffler erreicht. Dieser erlaubt ein sehr flaches, ganzflächiges Abschälen der Grasnarbe in nur zwei Durchgängen (1. Durchgang 3-4 cm tief, 2. Durchgang 6-7 cm tief). Die dabei entstehenden Grasmotten sind sehr klein und trocknen schnell aus. Die Arbeitsgänge erfolgen am besten im Abstand von 2-3 Tagen oder, bei knapper Zeit, direkt nacheinander. Wichtig ist, dass eine günstige, trockene Zeitperiode abgewartet wird damit die abgeschälten Pflanzenteile rasch verdorren. Die anschliessende Saat sollte ebenfalls zu einem günstigen Zeitpunkt stattfinden, damit die Kultur schnell starten und somit die Unkräuter und den Grasdurchwuchs unterdrücken kann.

Unkräuter Beobachten
Durch den erhöhten Unkrautdruck bei einer Mulchsaat wird die mechanische Unkrautkontrolle noch wichtiger. Stern- und Rollhacken sind weniger anfällig auf Verstopfung durch Ernterückstände als Gänsefussscharhacken oder Striegel und eignen sich daher besser für Mulchsaatflächen. Ein wenig Klee- oder Luzernedurchwuchs verursacht im Mais keine grossen Probleme. Raygräser und Hirsen hingegen können den Mais schnell konkurrenzieren. Wenn sie versamen, werden sie zum Problem in den Folgekulturen. Bei der reduzierten Bodenbearbeitung sind nebst den typischen Wurzelunkräutern  (Blacken, Disteln, Winden, Quecken) die Gräser (Ackerfuchsschwanz, Gemeines Rispengras, Windhalm, Raygräser) am schwierigsten zu kontrollieren und müssen daher gut im Auge behalten werden.
Django Hegglin, FiBL

Weiterführende Informationen

Film: Kunstwiesenumbruch auf zehn Zentimeter Tiefe (gleiche Rubrik)

Pflügen auf zehn Zentimeter Tiefe (gleiche Rubrik)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 13.05.2015

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