Sandhafer - eine fruchtfolgeneutrale Gründüngungspflanze Grundversorgung, Stickstoff, Bor 

Ramtillkraut – eine stark unkrautunterdrückende Gründüngungspflanze

Das rasch wachsende Ramtillkraut aus dem tropischen Afrika unterdrückt optimal das Unkraut, braucht kaum Wasser oder Nährstoffe, friert zuverlässig ab und das Saatgut ist erst noch preiswert. Sie eignet sich für die Saat bis Anfang/Mitte August, ausser vor Sclerotinia und Rhizoctonia anfälligen Kulturen im Folgejahr.

Merkmale

Ramtillkraut, auch Guizotia oder Nigerkraut und lateinisch Guizotia abyssinica genannt, stammt ursprünglich aus Hochlagen der Tropen und wird vor allem in Äthiopien und in Indien als Ölfrucht angebaut. Sie hat tiefe Nährstoffansprüche und gedeiht auf fast allen Böden mit pH-Wert zwischen 5.3 und 7.3, auch auf ungünstigen schweren oder vernässten Standorten. Nebst geringem Stickstoffbedarf braucht sie fürs Wachstum auch wenig Wasser.

Der optimale Temperaturbereich von Ramtillkraut liegt zwischen 18 und 23 Grad Celsius. Hitze macht ihm wenig zu schaffen. Obschon das Kraut nach rascher Keimung in den ersten zehn bis zwanzig Tagen eher verhalten startet, ist bei der Saat im Juli das rasche Massenwachstum in nur zehn Wochen zu Pflanzen von bis zu zwei Metern Höhe typisch. Guizotia bedeckt so den Boden schnell und vollständig und ist sehr konkurrenzstark gegenüber keimenden Samenunkräutern.

Als tropische Pflanze friert Guizotia zuverlässig ab, auch bei grossen Pflanzen besteht also kein Durchwuchsrisiko in der Folgekultur. Die intensive Durchwurzelung, die starke unkrautunterdrückende Wirkung, sowie die reichliche organische Masse machen das Ramtillkraut zu einer guten Vorkultur. Sie hinterlässt keine verholzten Teile.

Das Ramtilkraut kann entweder in Reinsaat oder auch in Mischungen mit anderen rasch wachsenden Arten wie Alexandrinerklee oder Buchweizen gesät werden.

Auf Grund der grossen Frostempfindlichkeit besteht kaum Gefahr, dass Guizotia verwildert.

Stellung in der Fruchtfolge

Guizotia gehört zur Familie der Körbchenblüter / Asteraceae und ist deshalb ausser mit Sonnenblumen mit den meisten gängigen Ackerkulturen nicht vewandt. Dagegen hat sie einige Verwandte bei den Gemüsearten: alle Lactuca- und Zichoriensalate sowie Schwarzwurzel.

Im Ackerbau erfolgt die Saat nach Gerste oder Weizen bis Mitte August – spätere Saaten laufen Gefahr sich nicht mehr schnell genug entwickeln zu können.

Die bodenbürtigen Pilze wie Sclerotinia und Rhizoctonia befallen Guizotia. Daher muss diese Gründüngung im Gemüsebau bei der Kulturplanung wie eine Salatkultur behandelt werden und der Anbau ist in stark salatlastigen Fruchtfolgen nicht zu empfehlen.

Anbautechnik

Das Ramtillkraut ist ein Dunkelkeimer. Die Samen werden bis Anfang/Mitte August ein bis zwei Zentimeter tief eingedrillt. Pro Hektare reichen zehn Kilogramm Saatgut, um einen dichten Bestand zu erhalten. Das Saatgut kostet nur 80 Franken pro Hektare. Das Saatbett darf nicht zu grob sein und kann in der Regel mit Federzahnegge, Rototiller oder Kreiselegge bereitet werden.
Das Ramtillkraut als Gründüngung genutzt, kann in unseren Breitegraden kaum reife Samen ausbilden. Kommt es trotzdem zur Samenbildung, muss die Versamung unbedingt durch Abschlegeln verhindert werden.

Martin Lichtenhahn

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 18.01.2019

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