Pflanzenschutz beim Hochstamm: Mit wenig viel erreichen

Der bislang sehr trockene Frühling hat kaum Möglichkeiten für Pilzinfektionen beim Kern- und Steinobst geschaffen. Die nun deutlich feuchtere Witterungsphase mit den ersehnten Niederschlägen kann nun aber entscheidend sein für die Sicherung von Baumgesundheit, Ertrag und Qualität bei den für die Verarbeitung sehr gesuchten Früchten.

(04.05.2020) 

Bei den Kirschen sollten vor allem Bäume, die in den letzten Jahren immer wieder Schrotschussbefall aufwiesen, noch zwei bis drei Wochen vor Infektionen geschützt werden. Zur Behandlung vor Niederschlägen eignet sich das Fungizid Myco-Sin, das schwefelsaure Tonerde sowie speziell aufbereiteten Schachtelhalmextrakt enthält, oder Kupfer in Kombination mit Schwefel.

Beim Kernobst geben das sehr dichte Netz von Witterungsstationen und die darauf basierenden Prognosemodelle Auskunft, wann Bedingungen für gefährliche Schorfinfektionen bestehen. Mit diesen Informationen ist es heute möglich, den Pflanzenschutz im Kernobst viel zielgerichteter, erfolgreicher und unter Einsparung von Behandlungsdurchgängen auch ökologischer durchzuführen. Eine wichtige Hilfe sind dabei auch die neueren biokompatiblen Mittel Schwefelkalk und die Kaliumbicarbonate, die es erlauben, auch noch nach Infektionsbeginn während der Keimungsphase der Sporen eine wirksame Behandlung durchzuführen.

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL bietet sechs Beratungsbulletins für den Obst-, Beeren- und Weinbau an. Diese enthalten Detailinformationen zur aktuellen Pflanzenschutzsituation, zu den empfohlenen Massnahmen sowie Hinweise zur Kulturführung. Mit einem kostenlosen Abonnement werden die Bulletins auch direkt per E-Mail zugeschickt.

Andreas Häseli, FiBL

Weiterführende Informationen
Obstbulletins (Rubrik Bioobstbau)
Prognosen (Rubrik Bioobstbau)
Bioobstbau (ganze Rubrik)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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