Kartoffelsorten für die Direktvermarktung Behandlungsempfehlungen gegen Kartoffelkrautfäule 

Kartoffeln vorkeimen und früh düngen

Kartoffeln werden in der Regel Mitte April, wenn der Boden zirka 8 Grad Celsius warm ist, gepflanzt. Vorkeimen ist eine der wichtigsten Massnahmen zur Ertragssicherung. Es bewirkt einen Vorsprung der Pflanzen von rund zwei Wochen. Vorkeimen beschleunigt das Auflaufen und reduziert Infektionen mit Rhizoctonia oder Erwinia. Bei den meisten Sorten genügt es, wenn Anfang bis Mitte März mit dem Vorkeimen begonnen wird. Das Vorkeimen dauert 4 bis 6 Wochen, bei Frühkartoffeln 10 Wochen.

Wichtig: Früh düngen

Neben dem Vorkeimen ist eine gute und frühe Nährstoffversorgung für das schnelle Auflaufen entscheidend.

Die Kartoffeln benötigen vom Auflaufen bis zur Knollenbildung viel Stickstoff. Eine ausreichende Versorgung ist die wichtigste Voraussetzung für gute Erträge. Je nach Sorte und Standort rechnet man mit 80 bis 130 Kilo verfügbarem Stickstoff pro Hektare. Die einzusetzende Nährstoffmenge hängt von der Grunddüngung und der Vorfrucht ab. Günstige Vorfrüchte sind Körnerleguminosen oder Getreide in Kombination mit einer Gründüngung. Ackerbohnen können pro Hektare bis zu 100 Kilo verfügbaren Stickstoff hinterlassen, Eiweisserbsen 50 -80 Kilo. Kleegras kommt als Vorfrucht wegen dem Drahtwurm kaum mehr infrage; die Kartoffeln rücken wegen dieses Schädlings in der Fruchtfolge immer weiter weg von Kleegras.

Der eingesetzte Stickstoff muss rechtzeitig verfügbar sein. Zu späte Düngergaben wirken sich nachteilig aus. Die Pflanzen reifen schlecht ab, die Krautentfernung ist erschwert und die Qualität ist schlecht. Mit den im Biolandbau zur Verfügung stehenden Hofdüngern ist die Steuerung der Stickstoffnachlieferung gar nicht so einfach.

Hofdünger

Am schwierigsten ist es beim Mist. Damit der Stickstoff bis zur Knollenbildung zur Verfügung steht, ist es besser, den Mist bereits zur Vorkultur auszubringen. Zudem sollte der Mist wegen der Gefahr von Dry Core kompostiert werden. Auch Gülle muss sehr früh gegeben werden, bereits zur Vorkultur oder spätestens bis zu einer Staudenhöhe von 10 Zentimetern. Spätere Güllegaben fördern nur noch das Krautwachstum und verzögern das Abreifen der Knollen. Grundsätzlich sollten die Dünger vor dem ersten Hackdurchgang ausgebracht und eingearbeitet werden.

Organische Handelsdünger

Diese Handelsdünger ermöglichen eine genauere Steuerung des Stickstoffangebots. Sie sollen nicht alleine, sondern ergänzend zu den Hofdüngern ausgebracht werden. Auch die Handelsdünger muss man je nach Körnung sehr früh ausgebringen, damit sie genügend mineralisiert werden. Die Kosten für organische Handelsdünger können je nach Jahr und Standort mehr als kompensiert werden. Bei einer Ausbringmenge von 50 Kilo pro Hektare braucht es beispielsweise einen Mehrertrag von nur 7 Dezitonnen pro Hektare um die zusätzlichen Kosten zu decken. In Versuchen mit Biorga Quick konnte der Ertrag je nach Düngergabe und Standort um bis zu 30 Prozent gesteigert werden.

Weiterführende Informationen siehe:

Merkblatt Biokartoffeln (im FiBL-Shop)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 11.10.2018

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