Anbau spezieller Ackerkulturen in Liechtenstein

Der Anbau von speziellen Ackerkulturen für die menschliche Ernährung in Liechtenstein ist das Resultat einer mehrjährigen Aufbau- und Entwicklungsarbeit, angestossen und fachlich begleitet durch die Bioberatung Liechtenstein.

(28.08.2020) 

Die Bioberatung Liechtenstein organisierte auf Anfrage des FiBL eine Exkursion, bei der die Aktivitäten im Ackerbau in Liechtenstein vorgestellt wurden. Dabei wurden Anknüpfungspunkte und Möglichkeiten einer zukünftigen Zusammenarbeit diskutiert. 

Die Bioberatung Liechtenstein gründete 2015 die Arbeitsgruppe Ackerbau Liechtenstein. Das Projektziel ist es, Ackerkulturen als Nahrungsmittel mit hoher Wertschöpfung regional anzubauen und lokal zu vermarkten. Der Erfahrungsaustausch hat dazu beigetragen, dass sich das Anbauspektrum von Ackerkulturen für die menschliche Ernährung erweitert hat: mittlerweile bestehen Anbauerfahrungen mit Quinoa, Flockenweizen, Hirse, und Kichererbsen.

Biospeiseöle aus Liechtenstein

Seit 2019 werden Biospeiseöle in Liechtenstein produziert und zum Verkauf angeboten. Derzeit im Anbau sind Raps, Sonnenblumen, Hanf und Lein. Erste Qualitätsauszeichnungen am Schweizer Wettbewerb der Regionalprodukte und die erste DLG-Goldmedaille der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft für kaltgepresstes Bio-Sonnenblumenöl aus Liechtenstein bestätigen die hohe Qualität der Speiseöle.

Einen wesentlichen Bestandteil für die Weiterentwicklung des Bioackerbaus bildet der Erfahrungsaustausch innerhalb und ausserhalb der Arbeitsgruppe. Anfang Juli 2020 tauschten sich rund fünfzig Beraterinnen und Berater sowie Landwirtinnen und Landwirte aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein zur Entwicklung des Bioackerbaus aus. Im Zentrum standen die «neuen Kulturen» Lebensmittelhanf, Öllein, Kichererbsen und Trockenreis.

«Regional erzeugte Nahrungsmittel liegen im Trend und erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit. Wir nehmen diese Entwicklung auf und bauen neue Ackerkulturen wie beispielsweise Trockenreis oder Kichererbsen in Liechtenstein an», sagt Florian Bernardi von der Bioberatung Liechtenstein. «Parallel zum Wissensaufbau über den Anbau sind vor allem auch die Verarbeitung und Vermarktung sowie die Absatzkanäle aufzubauen. Auch der Anbau von Buchweizen, Soja, Lupine oder Leindotter ist in Zukunft denkbar», führt er aus.

Im Fokus steht der Anbau von Ackerkulturen zur menschlichen Ernährung, aber auch einheimische Körnerleguminosen als Futtergrundlage in der Biotierhaltung. Ziel ist es, eine regionale Futtermittelbörse mit möglichst kurzen Transportwegen und Futterkooperationen zwischen viehhaltenden und viehlosen Ackerbaubetrieben in Liechtenstein aufzubauen.

Erdmandelgras stoppen

Neben der Weiterentwicklung des Bioackerbaus gilt es, die Ausbreitung von Erdmandelgras zu stoppen und aktiv zu bekämpfen. Dazu läuft seit 2019 ein Pilotversuch mit Biomastschweinen in Liechtenstein. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Schweine als alleinige Bekämpfungsmassnahme nicht den erwünschten Erfolg bringen. Mit dem FiBL wurden verschiedene weitere Bekämpfungsmöglichkeiten diskutiert, welche auf Pilotflächen geprüft werden sollen. Dazu gehören unter anderem Schwarzbrache, intensive Bodenbearbeitung und Heissdampf.

Florian Bernardi, Bioberatung Liechtenstein


Weiterführende Informationen
Ölpflanzen (Rubrik Ackerbau)
Hanf – Anbau und Verwendungsmöglichkeiten (Rubrik weitere Ackerkulturen)
Ackerbau (ganze Rubrik)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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