Auch Ackerbaulandschaften sollen blühen

Im Ackerbaugebiet ist es eine grosse Herausforderung, die Förderung der Biodiversität und die Produktion unter einem Hut zu bringen. In den meisten Regionen findet man aber hier und dort flachgründige, steinige, wenig produktive Böden, oder eine unförmige Parzelle, wo das Bewirtschaften mit grossen Maschinen schwierig ist. Haben Sie sich schon mal überlegt, diese Flächen der Natur zu schenken? Jetzt ist der richtige Moment, den Schritt zu wagen und anzusäen.

(29.03.2018)
Wofür entscheide ich mich – Buntbrache, Krautsaum oder Blühstreifen?

Grundsätzlich sollten nicht nur einjährigen Blühstreifen angelegt werden, welche die Nützlinge zu den Kulturen locken, sondern auch mehrjährige Landschaftselemente als Nützlingsreservoir vorhanden sein.

Buntbrachen sind sehr wertvolle Ökoelemente und ziehen schnell viele Arten an. Die Ansaat erfolgt Mitte März bis Ende April auf gut abgetrockneten Böden. Die Buntbrachen werden für acht Jahre angelegt und sehen jedes Jahr anders aus. Sie eignen sich besonders gut für flachgründige und steinige Böden an gut besonnter Lage. Waldnähe sowie nasse, schattige oder verunkrautete Standorte sind unbedingt zu meiden. Die Pflege von Buntbrachen ist anspruchsvoll und darf nicht unterschätzt werden.

Etwas weniger anspruchsvoll sind Rotationsbrachen. Sie bleiben maximal drei Jahren auf der gleichen Fläche und rotieren dann mit der Fruchtfolge.

Ebenso attraktiv für die Überwinterung und Vermehrung von Insekten ist der Saum auf Ackerflächen, da dessen Anlagedauer zeitlich unbegrenzt ist. Er enthält einen hohen Anteil an Gräsern und kann dank zwei verschiedenen Saatgutmischungen sowohl auf trockenen als auch auf nassen Standorten angelegt werden. Die maximale Breite des Streifens ist zwölf Meter. Er wird jährlich zur Hälfte gemäht, was eine bessere Unkrautkontrolle erlaubt und eignet sich deswegen auch bestens auf Biobetrieben. Die Ansaat erfolgt idealerweise Mitte April bis Ende Mai.

Bestäuber- und Nützlingsblühstreifen blühen während des ganzen Sommers, wenn das Blütenangebot auf den Feldern gering ist. Die Streifen bleiben mindestens 100 Tage am gleichen Ort und müssen vor dem 15. Mai angesät werden. Sie bringen zudem viele Vorteile: Schädlingspopulationen werden in Getreide und Kohlgewächsen sichtbar reduziert, was der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln spart.

Weitere Informationen zur Pflege und Anlage von Biodiversitätsförderfläche sowie spannende Videos finden Sie unter

Biodiversität (Rubrik Pflanzenbau)

Biodiversität auf dem Landwirtschaftsbetrieb (externe Webseite)

Véronique Chevillat, FiBL

 

 

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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