BLW-Papier als Grundlage gut – nachbessern nötig!

(30.08.2010) 

Bio Suisse begrüsst, dass sich das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) in seinem Papier «Land- und Ernährungswirtschaft 2025» langfristig mit der Politik für den Landwirtschafts- und Nahrungsmittelsektor befasst. Die Dachorganisation der Schweizer Biobäuerinnen und Biobauern fordert aber vom Bund einen eigentlichen Aktionsplan für die Biolandwirtschaft.

Insbesondere heisst Bio Suisse die Absicht willkommen, dass der besorgniserregende Kulturlandverlust, die schwindende Biodiversität und die Qualitätsstrategie für die Schweizer Land- und Lebensmittelwirtschaft vermehrt ins Zentrum der Agrarpolitik rücken sollen. Doch den Worten müssen Taten folgen: Erst die Umsetzung in den agrarpolitischen Reformschritten wird zeigen, ob das BLW-Papier nicht ein Lippenbekenntnis bleibt.

Bio Suisse vermisst in dem Papier zudem wichtige Punkte. So anerkennt zwar das BLW den gesamtbetrieblichen Ansatz der biologischen Landwirtschaft, trotzdem fehlt ein eigentlicher Aktionsplan für den ökologischen Landbau - wie ihn etwa die EU kennt. Das ist vor allem deshalb verhängnisvoll, weil Bio zwar wachsende Marktanteile im Lebensmittelmarkt verzeichnet, aber die Inlandproduktion diese Nachfrage in Bereichen wie Getreidebau, Schweinefleisch- und Eierproduktion längst nicht zu decken vermag.

Offen bleibt in der Strategie leider auch die Frage nach der Verlässlichkeit der Nahrungsmittel- und der Futtermittelimporte. Die Schweiz ist zu mindestens 40 Prozent auf Importe angewiesen. Hier darf der Bund die Verantwortung nicht einfach ans Ausland delegieren. Vielmehr muss die Schweiz ihre Importpartner gezielt selbst bestimmen und Importe aus ökologisch und sozial unbedenklicher Produktion vertraglich absichern.

Bio Suisse fordert deshalb vom BLW einen eigentlichen Aktionsplan zur Förderung der Biolandwirtschaft. Nur konkrete Massnahmen dienen den Anstrengungen der Branche in der Entwicklung der Bio-Inlandproduktion. Der Biolandbau ist Garant für die Pflege und schonende Nutzung der natürlichen Lebensgrundlagen wie Boden, Luft oder Biodiversität. Die Schweizer Landwirtschaft darf im diesem Hochqualitätsbereich keine weiteren Marktanteile ans Ausland verlieren.

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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