Effiziente Agrar-Umweltpolitik durch Förderung des Biolandbaus

(16.07.2012) 

«Grünes Wirtschaften – Green Economy» ist in aller Munde, doch Inhalte bleiben vage, die Rio+20 Konferenz vom Juni hat viel gekostet und nichts gebracht, und man fragt sich, wie eine nachhaltigere Gesellschaft Realität werden soll.

Für die Landwirtschaft stellen sich dabei die Fragen, wie man Agrar-Umweltziele wie hohe Bodenfruchtbarkeit, erhöhte Biodiversität und reduzierte Gewässerbelastung erreicht und langfristig erhält. Politik und Politikinstrumente wie Förderabgaben und Direktzahlungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Doch welche Politik ist dabei am effizientesten? Welche Politik bringt der Gesellschaft am meisten an solchen Leistungen und kostet sie am wenigsten?

Oft werden dazu spezifische, zielgerichtete Massnahmen gelobt: für jedes Ziel eine passgenaue Massnahme, zum Beispiel die Förderung extensiver Wiesen über Direktzahlungen. Was dabei vergessen wird, ist eine Grundregel effizienten Wirtschaftens, nämlich die Nutzung von Synergien. Hier kommt die Förderung des Biolandbaus als Politikmassnahme zum Erreichen von Agrar-Umweltzielen ins Spiel. Dies ist eine unspezifische Massnahme, die auf kein einzelnes Ziel massgeschneidert ist, aber zur Erreichung einer Vielzahl von Zielen beiträgt. Wendet man verschiedene zielgerichtete Massnahmen zugleich an, dann fallen für jede davon Kosten an. Dies kann am Ende mehr Kosten als eine Förderung des Biolandbaus zur Folge haben – bei gleicher oder sogar minderer Zielerreichung.

Diese Diskussion über optimale Politik muss im weiteren Kontext nachhaltiger Landwirtschaft gesehen werden. Die Landwirtschaft der Zukunft ist eine, die stark auf die Nutzung von Ökosystemleistungen setzt. Sie schafft produktive Agrarökosysteme, nutzt Synergien und erhält langfristig die Produktionsgrundlagen. Fruchtfolgen, Wasser- und Nährstoffhaushalt müssen optimiert sein, und die Pflanzengesundheit, Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit müssen gefördert werden. Dies ist zum Beispiel wichtig, um Schädlingspopulationen und Krankheiten ohne Pestizideinsatz in Schach halten zu können. Und all diese Aspekte werden über die kommenden Jahrzehnte auch im Hinblick auf notwendige Anpassungen an den Klimawandel von grundlegender Bedeutung sein. Solche systemischen Ansätze verlangen nach entsprechend angepassten effizienten Politikinstrumenten. Die Förderung des Biolandbaus ist eines davon.

Autoren:    
Adrian Müller und Christian Schader, FiBL

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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