Kirschenfliegen in Schach halten

(21.05.2008) 

Kaum geht der Mai, schon kommt die Fliege. Gelbfallen zur Überwachung des Flugbeginns sollten jetzt montiert werden. Mit dem Aufhängen von Fallen zur Bekämpfung wartet man bis kurz vor dem Gelbwerden der ersten Kirschen.

Die Regulierung der Kirschenfliege im Bioanbau muss an das Anbausystem angepasst werden. In Niederstammanlagen mit Regendach ist die Abdeckung der Bäume mit Netzen (1.3 mm) vor Flugbeginn, also jetzt, die wirksamste und einfachste Methode. In Niederstammanlagen ohne Abdeckungsmöglichkeit oder in Halbstammanlagen verhindert eine frühzeitige, vollständige Ernte, dass sich starke Populationen aufbauen.

Zukünftig können Krankheitserreger der Kirschenfliege eingesetzt werden. Leider hat das Produkt Naturalis-L für die Saison 2008 noch keine Zulassung.

Bei Hoch- oder Halbstammbäumen, wo eine Spritzung schwierig ist, können Netze am Boden ausgelegt werden. Die Netze verhindern, dass die aus dem Boden schlüpfenden Fliegen zu den Früchten gelangen. Vorgehen: Vor Flugbeginn, also jetzt, das Gras mähen, die Netze (0.8 mm, Andermatt Biocontrol) auslegen und deren Ränder eingraben. Die Netze bis zur Ernte liegen lassen. Der Mindestabstand zu anderen Kirschbäumen sollte 200 Meter betragen.

Da einzeln stehende Hochstammbäume von den Fliegen auch aus grösserer Distanz angeflogen werden, empfiehlt sich hier die zusätzliche Anwendung von 4-5 Rebell-Gelbfallen pro Baum. Werden nur Fallen eingesetzt, sind 10-20 Stück pro Hochstamm (auch in der Baumspitze!) nötig. Wird unter jede Falle ein Köder gehängt, steigert das die Fangquote. Als Köder werden TMA-Karten von Andermatt Biocontrol oder offene PET-Flaschen mit nach Ammoniak riechenden Stoffen (Hühnermist, Urin oder Flüssigdünger) verwendet.

Weiterführende Informationen:

Merkblatt Kirschenfliege (im FiBL-Shop)

Ansprechpartnerin
Claudia Daniel
Entomologin
FiBL, Frick
Tel. 062 865 72 91
claudia.daniel(at)fibl.org

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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