Nur die besten Sorten sind für den Biogemüsebau gut genug

Das Auge entscheidet über den Gemüseeinkauf, das ist überwiegend die Realität im Supermarkt, wo mindestens 80 Prozent des Schweizer Biogemüses vermarktet wird. Da im Biogemüseanbau nur wenige wirkungsvolle Behandlungsmittel zur Verfügung stehen, sind robuste Sorten wichtig. Aktuell bieten meistens nur Sorten mit einer sogenannten vertikalen Resistenz eine hohe Sicherheit auf Befallsfreiheit. Diese Resistenzen sind aber genetisch nur schmal abgestützt.

(12.12.2017) 

Beispielsweise Falscher Salatmehltau: 20 Jahren lang waren Salatsorten mit Resistenzen gegen 16 Stämme sicher im Anbau. Seitdem ist die Vielfalt beim Schaderreger explodiert. Aktuell sind Salatsorten mit Resistenzen gegen 33 Stämme verfügbar, die aber auch nicht mehr ausreichen.

Sorten mit einer sogenannten horizontalen Resistenz wären die Antwort auf diesen Wettlauf. Solche Sorten sind genetisch breitabgestützt und deshalb sicher, aber die Resistenz ist oft nur schwach ausgeprägt. Bei Salat wo nur absolut gesunde Ware verkäuflich ist, bringen die aktuellen «Breitbandresistenzen» kaum noch Vorteile, da das Verkaufsprodukt trotzdem befallen wird. Die verschiedenen Kulturmassnahmen bringen nützen in diesem Fall wenig. MK

Züchtung ist Thema an der Jahrestagung Biogemüse

Nur eine leistungsfähige Züchtung durch Bioinitiativen und bioaffine Züchtungsfirmen kann den Bioanbau weiterbringen. Wie die Züchtung der Zukunft für den Biogemüsebau aussieht, wird an der Jahrestagung Biogemüse vom 10. Januar 2017 in Olten diskutiert.

Jahrestagung Biogemüse, 10.01.2017 (Rubrik Agenda)


Weiterführende Informationen

Biogemüsebau (Rubrik Pflanzenbau)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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