Mischkulturen: neue Erkenntnisse aus den Praxisversuchen 2016

Die jedes Jahr in verschiedenen Regionen durchgeführten Praxisversuche dienen dazu, die Anbautechnik ständig weiterzuentwickeln und die Mischkulturen an die Anforderungen des Markts anzupassen.

(12.05.2017) 


Ist Triticale ein möglicher Ersatz für Hafer?

Bekanntlich ist der Hafer der ideale Mischungspartner zu Ackerbohnen oder blauen Lupinen. Da aber der Markt für Biofutterhafer beinahe gesättigt ist, werden Alternativen gesucht. Seit 2015 wird deshalb Triticale als mögliche Alternative getestet. Die ersten Ergebnissen, die 2017 bestätigt werden sollen, zeigen folgendes:

  • Triticale ist nicht ganz so wirkungsvoll wie der Sommerhafer bezüglich Bestockung, Bodenbedeckung, Unkrautunterdrückung und Gesamtertrag
  • Hingegen ist tendenzmässig mit Triticale der absolute Körnerleguminosenertrag in der Mischung etwas höher als mit Hafer
  • In Mischung mit Ackerbohnen kann es passieren, dass der Triticale unter sehr wüchsigen Bedingungen von der Ackerbohne völlig erstickt wird (das kann allerdings auch mit Hafer passieren). In diesem Fall hat das Getreide die Rolle einer nützlichen Untersaat gespielt, die geholfen hat, die Kultur vor der Verunkrautung zu schützen.

Sommerhafersorten
Alle Landwirte, die Hafer gut gebrauchen oder verkaufen können, werden ermuntert, mit Hafer als Begleitpflanze zu Ackerbohnen oder Lupinen weiterzufahren. Beim Futterhafer wurde im Verlauf der Jahre beobachtet, dass spätreife Sorten (wie z.B. Zorro) gleichzeitig mit den gängigen Sommerackerbohnen- oder Lupinensorten abreifen. Zorro wurde aber aus der Sortenliste Biogetreide 2017 gestrichen, ohne Ersatz durch eine andere spätreife Sorte. Die Entscheidungsträger wurden über die Sachlage informiert. Es ist zu hoffen, dass das Kriterium „Eignung der Sorten für Mischkulturen“ in den nächsten Jahren bei der Erstellung der Sortenliste nicht vernachlässigt wird.

Sojamischkulturen
Auch mit Speisepflanzen wie Soja, Linsen, Lein, Kichererbsen, usw. wird nach Mischkulturlösungen gesucht, um diese Kulturen so gut wie möglich vor Unkräuter zu schützen. Mischkulturen mit Soja werden seit 2012 getestet. Folgende Erkenntnisse konnten gewonnen werden:

  • Die Begleitpflanzen wie Winterroggen, Winterhafer, Buchweizen oder Leindotter unterdrücken das Unkraut. Je nach Wetterbedingungen und Boden ist der Effekt aber stärker oder weniger stark ausgeprägt
  • Ein Hackgang zwischen den Reihen ist jedoch nötig, um die Kapillaren zu brechen und Wasser für die Soja zu sparen
  • Aussaat in geringer Saatdichte der Begleitpflanzen in 1-2 cm Tiefe
  • In Jahren mit ausgeglichenem Klima ist der Soja-Ertrag ähnlich oder leicht geringer als der von Soja-Reinsaat. In sehr trockenen Jahren ist der Soja-Ertrag möglicherweise geringer. Allerdings sind die Kosten für die Unkrautregulierung auch tiefer
  • Das Verfahren ist noch nicht ganz praxisreif. 2017 werden als Begleitpflanzen Mischungen getestet, die flexibler einsetzbar sind und gut geerntet werden können.

Mischkulturen passen sich besser ans unstabile Klima an
Die Mischkulturen weisen eine höhere Nutzungselastizität auf als Reinkulturen. Der Mischungspartner ist Stützfrucht, Unkrautunterdrücker und Risikoabsicherung. Wenn aufgrund von Frost, Trockenheit etc. eine Art ausfällt, kann der Mischungspartner den Ertragsausfall zumindest teilweise kompensieren. Dank den Mischkulturen hat sich die Eigenversorgung mit Bioeiweisserbsen bzw Bioackerbohnen auf 50 resp. 43 Prozent erhöht). Die Mischkulturen müssen nicht gedüngt werden und eine minimale Unkrautregulierung genügt.

Weiterführende Informationen
Jahresberichte über die Mischkulturen aus Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen (Rubrik Ackerbau)
Jahresberichte über Mischkulturen aus Sojabohnen (Rubrik Ackerbau)
Angaben zum Mischkulturenversuch in Cournillens FR (272.3 KB) (wird am schweizerischen Bioackerbautag vom 08.06.2017 zu sehen sein)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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