Neue Winterweizensorten für den Bioanbau (Aussaaten Herbst 2015, Ernte 2016)

(03.08.2015) 

Auf der Sortenliste 2016 sind die zwei neuen Sorten «Arnold» und «Pizza» aufgeführt. Pizza stammt aus der Züchtung von Peter Kunz. Sie ist im Wuchs noch kräftiger als die Hauptsorte Wiwa und auch ertragsreicher. Pizza ist anfällig auf Braunrost. Sie hat eine hohe Teigstabilität, aber unter eher extensiven Bedingungen weist sie eine schwache Backqualität auf. Mittlere Proteingehalte sind nur auf gut versorgten Standorten erreichbar.

Arnold ist eine begrannte, hochwachsende  Sorte aus österreichischer Züchtung. Sie ist frühreif, langstrohig und eher an das trockene Klima Niederösterreichs angepasst. Sie weist gute Resistenzeigenschaften auf, ausser einer Anfälligkeit auf Septoria an den Ähren und auf Gelbrost. Die Backqualität ist vergleichbar mit derjenigen von Wiwa. Der Ertrag ist eher schwach.

Der Weizen ist gedroschen, jetzt muss überlegt werden, welche Sorte im Oktober am besten ausgesät werden soll. 2016 wird in der Kategorie Biomahlweizen erstmals das neue Qualitätsbezahlungssystem nach Proteingehalt angewendet. Die meisten Produzenten haben bereits dieses Jahr eine Meldung erhalten, wie hoch der Proteingehalt ihres Weizens liegt. Bei 12 und mehr Prozent muss nichts an der Anbautechnik geändert werden. Bei Gehalten zwischen 11 und 12 Prozent kann der Proteingehalt eventuell nur mit einem Sortenwechsel soweit erhöht werden, dass es keine Abzüge gibt. Liegt der Proteingehalt unter 11 Prozent, muss die ganze Anbautechnik (Bodenbearbeitung, Unkrautregulierung, Aussaattermin, Aussaatstärke) sowie die Stellung in der Fruchtfolge und die Nährstoffversorgung überprüft werden. Liegen die Werte während drei Jahren ständig unter 11 Prozent, so ist der Anbau einer Alternative zu Weizen zu prüfen. Für solche Standorte kommen vor allem Dinkel, Roggen, Speisehafer oder Triticale in Frage.

Der Einfluss der Sorte auf den Proteingehalt ist im Prinzip gross. Da in der Klasse Biomahlweizen bereits jetzt nur «Topsorten» gelistet sind, ist der Spielraum innerhalb dieser Klasse begrenzt. Grundsätzlich teilen sich heute die Sorten aus der Getreidezüchtung Peter Kunz (GZPK) und die Sorten aus konventioneller Züchtung von Agroscope/DSP den Saatgutmarkt. Die Sorten von Peter Kunz sind grundsätzlich höher im Wuchs und unterdrücken damit auch später hochwachsende Unkräuter und Gräser und sind auswuchstolerant. Auch bei heftigem Getreidehähnchenbefall haben die GZPK-Sorten eine höhere Toleranz, da sie mehr Blattmasse aufweisen. Diese Sorten eignen sich eher für durchschnittliche Weizenstandorte mit geringerer Lagerungsgefahr und deutlich längerer Abreife. Die Sorten aus der Züchtung von Agroscope sind grundsätzlich kürzer (Ausnahme Titlis) und eignen sich für gut versorgte Weizenstandorte mit hohem Nährstoffniveau und normaler bis geringer Verunkrautung.

Weiterführende Informationen

Sortenempfehlungen für die Aussaat 2015 (Ernte 2016) (Rubrik Getreide)

Sortenliste Biogetreide für die Ernte 2016 (FiBL-shop)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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