Ökowiesen sorgfältig nutzen

(26.05.2008) 

Eine Mahd verändert die Lebensbedingungen für die dort lebenden Kleintiere und bodenbrütenden Vögel radikal. Die Licht- und Feuchtigkeitsverhältnisse ändern sich, Nahrungsquellen werden reduziert und eine fehlende Deckung zwingen die Tiere in andere naturnahe Lebensräume auszuweichen. Un- oder spät gemähte Böschungen, Altgrasstreifen entlang von Ökowiesen und Gewässern oder Kleinstrukturen wie Ast- und Steinhaufen sind dann wichtige Rückzugsorte.

Beim Einsatz von schnellen Mähmaschinen mit Mähaufbereitern werden Überlebensraten und Fluchtmöglichkeiten für Kleintiere geringer. Felduntersuchungen zeigen, dass beim Einsatz des Mähaufbereiters gegen 60 Prozent der Bienen getötet werden und ohne Aufbereiter nur 8 Prozent. In Ökowiesen ist der Einsatz des Messerbalkens anstelle eines Rotationmähwerkes empfehlenswert, weil er weniger Verluste verursacht. Mit einer erhöhten Schnitthöhe von 10 bis 12 cm Stoppelhöhe ist die Überlebenswahrscheinlichkeit zum Beispiel für Amphibien und Reptilien höher.

Für die Pflege von Böschungen und Randflächen sollten keine Schlegelmulchgeräte oder Saugmäher eingesetzt werden, da diese hohe Verlustraten an Kleintieren erzeugen.

Es gibt zahlreiche Massnahmen, mit denen die Artenvielfalt in Ökowiesen gefördert wird:

  • Messerbalken statt Rotationsmähwerk
  • Erhöhte Schnitthöhe
  • Später Schnittzeitpunkt (Mit dem Schnitt nach Mitte Juni im Talgebiet werden Schmetterlings- und Brutvögelarten geschont, da sie ihre Entwicklung abgeschlossen haben.)
  • Gestaffelte Mahd (schafft Ausweichlebensräume)
  • Möglichst wenige Überfahrten
  • Heu statt Silage (bei Siloballen werden viele Kleintiere miteingepackt).

Lukas Pfiffner
Entomologe
FiBL
Tel. 062 865 72 46
lukas.pfiffner(at)fibl.org

Weitere Informationen zum Thema:

Mahd mit Köpfchen fördert Artenvielfalt (bioaktuell 5/07, Seiten 12-13) (2.6 MB)

Merkblatt Mähtechnik und Artenvielfalt (Website Agridea)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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