Raufutter für Bioschweine 

Magengeschwüre bei Schweinen verhindern

Magengeschwüre sind ein weitverbreitetes und unterschätztes Problem in der Schweinehaltung. Je nach Studie und Haltungssystem leiden zwischen fünf und dreissig Prozent der Schlachtschweine an einem Magengeschwür. Zählt man die Vorstufen dazu, sind es noch deutlich mehr.

Es gibt mehrere Gründe, warum ein Magengeschwür entsteht. Mit Abstand am wichtigsten sind der Mahlungsgrad des Konzentratfutters sowie der Strukturgehalt des Futters allgemein. Je feiner der Mahlungsgrad, desto feiner der Mageninhalt und desto stärker wird die Magenschleimhaut angegriffen. Ganz feine Futterpartikel (weniger als 0.4 mm Durchmesser) sollten deshalb maximal dreissig Prozent des Futters ausmachen. Die Futtermühle kann diesen Anteil bei Bedarf abklären lassen. Zusätzlich kann auch über Raufutter wie Heu, Gras oder Grassilage mehr Struktur ins Futter gebracht werden. Studien an der ETH haben gezeigt, dass Grassilage das Auftreten von Magengeschwüren deutlich reduzieren kann.

Es ist allerdings sehr schwierig, Magengeschwüre zu erkennen. Meist zeigen die Schweine keine Symptome. Sie verhalten sich etwas unruhiger und stehen mehr, aber das sind keine eindeutigen Zeichen. Erst wenn die Erkrankung akut ist, kann es wegen den inneren Blutungen zu schwarzem Kot oder auch zu ungeklärten Abgängen kommen. Mit Sicherheit könnten Magengeschwüre im Schlachthof nachgewiesen werden, eine Untersuchung, die heute aber in der Regel nicht gemacht wird.

Wichtiger ist also die Prävention mit groben Futterpartikeln und Raufutter, um möglichst gar keine Magenveränderungen oder Magengeschwüre entstehen zu lassen. Mirjam Holinger

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 29.05.2019

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