Anbau von Edamame-Soja 

Anbauempfehlungen für Biokörnerleguminosen

Angebot und Nachfrage

Die Versorgung mit Eiweiss aus inländischem Anbau in der Biofütterung  hat sich dank der Ausdehnung des Mischkulturenanbaus auf zehn Prozent verbessert. Er liegt damit im Vergleich zu anderen Ländern immer noch auf einem sehr tiefen Niveau.
Soja ist aufgrund der flexiblen Verwendungsmöglichkeiten die wichtigste Eiweisskomponente in Futtermischungen von Schweizer Futtermühlen. Aber Biosoja wird in der Schweiz momentan fast nur für die menschliche Ernährung (vorwiegend Tofuproduktion) angebaut. Ein Anbau zu Futterzwecken wird gegenwärtig geprüft, aber der Produzentenpreis ist tiefer. Einheimische Körnerleguminosen wie Eiweisserbsen oder Ackerbohnen können den Importanteil von Soja bis zu einem gewissen Grad reduzieren.

Eiweisserbsen

Eiweisserbsen lassen sich gut verarbeiten und sind vielseitig einsetzbar. In den Futterrationen sind sie beliebter als Ackerbohnen. Mit der Anbauprämie von 1’000 Franken und einem Ertrag von 34 dt pro Hektare ist der Deckungsbeitrag mit dem des Weizens vergleichbar oder leicht darunter. Im Vergleich zum Weizen ist die Ertragsstabilität schlecht. Eine übermässige Nässe, eine Trockenheit oder ein Blattlausbefall (der nicht behandelt werden darf) können die Erträge erheblich schmälern. Auf viehschwachen Betrieben kann hingegen die gute Nachdüngewirkung von Bedeutung sein.
Für den erfolgreichen Anbau müssen Sommer-Eiweisserbsen möglichst früh und dicht gesät werden. Die empfohlene Aussaatmenge für den Bioanbau beträgt 100 Körner pro Quadratmeter. Dichte Bestände konkurrieren Unkraut besser. Früh ausgesäte Erbsen haben ihren Blühzeitpunkt in der Regel noch vor den Trockenperioden. Er fällt zudem in eine Zeit mit noch nicht sehr grossem Blattlausdruck.
Der Anbau von Sommer-Eiweisserbsen ist bis auf 700 m. ü. M. möglich. Geeignet sind mittelschwere und tiefgründige Böden mit guter Wassernachlieferung und einem pH-Wert über 6. Auf flachgründigen Böden entwickeln sich die jungen Pflanzen oft ungenügend. Durch die Beimischung von etwa 80 kg Sommergerste pro Hektare verbessert sich die Standfestigkeit der Erbsen und sie können besser geerntet werden.
Noch besser sind Herbstaussaaten mit winterfesten Sorten. Der Anbau von Winter-Eiweisserbsen gewinnt immer mehr an Bedeutung, denn die modernen Sorten haben eine gute Winterfestigkeit. Aber die Winter-Eiweisserbsen haben eine weniger gute Standfestigkeit als die Sommer-Eiweisserbsen. Und in einem sehr nassen Frühjahr können sie stark von Pilz-und Bakterienkrankheiten beeinträchtigt werden. Deshalb werden sie zur Zeit vor allem in Mischkultur mit Gerste als Stützfrucht angebaut. Allgemein sind schwere Böden für Eiweisserbsen ungeeignet.

Ackerbohnen

Ackerbohnen sind gegenüber Blattläusen etwas robuster als Eiweisserbsen. Der Anbau von Ackerbohnen ist auch auf schweren Böden mit pH über 7 möglich, also auch im Jura. Ackerbohnenkulturen eignen sich auch für niederschlagsreichere Gegenden, können Ende Februar bis Mitte März ausgesät werden und ertragen im Frühjahr sogar Spätfröste bis minus 4 °C. Ackerbohnen sind bei den Mühlen aufgrund des Verarbeitungsaufwandes (harte Schale) jedoch weniger beliebt als Eiweisserbsen.

Film: Mit Mischkulturen die einheimische Eiweissversorgung erhöhen – eine Erfolgsgeschichte

Vor über zehn Jahren wurden in der Schweiz nur noch rund achtzig Hektaren Bioeiweisserbsen und -ackerbohnen angebaut. Der Eigenversorgungsgrad in der Fütterung lag gerade mal bei drei Prozent. Das Anbaurisiko war gross und die Preise im Vergleich zu Weizen eher tief. Deshalb wurden grosse Futtermengen importiert: Vor allem Biosoja aus China. In diesem Video erzählt Hansueli Dierauer, wie dieses Problem gelöst wurde.

 

Weiterführende Informationen
Körnerleguminosen (auf dieser Webseite)
Anbau von Biolupinen (auf dieser Webseite)
Mischkulturen (auf dieser Webseite)
Körnerleguminosen fördern, aber wie? - Artikel im Landfreund, Nr. 3/2018 (671.4 KB)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 21.11.2017

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