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Biosoja: Alternative Anbautechniken

Produzenten und Forscher arbeiten daran, die Anbautechniken zu optimieren, die Kosten besser im Griff zu haben und Jahr für Jahr stabilere Ergebnisse zu erzielen. Vorerst ist eine gründliche Bodenbearbeitung (wenn auch nur minimal) vor der Pflanzung und eine effiziente Unkrautbekämpfung (hacken, striegeln) die einzig sichere Option.

Seit einigen Jahren werden im In- und Ausland Direktanbau, Anbau in Mischkulturen und Soja Relay Cropping durchgeführt. Diese Techniken passen gut zu einer Strategie für eine konservierende Landwirtschaft. Aber sie sind nicht unbedingt bereits reif für eine breite Anwendung.

Mischkultur und Untersaat

Diese Methoden wurden in den vergangenen Jahren von FiBL, Progana und HAFL erprobt. Mehr als 20 verschiedene Begleitpflanzen wurden getestet, wie Buchweizen, Leindotter, Hafer und Winterroggen, andere Getreidesorten und verschiedene Mischungen. Die Technik der gleichzeitigen Aussaat von Sojabohnen und anderen Pflanzen wurde verfeinert, um Begleitpflanzen (bei geringer Saatdichte, um die Sojakultur nicht zu unterdrücken) und Sojabohnen gleichzeitig zu säen. Die Begleitpflanzen wurden auf der Sojabohnensaatlinie oder direkt daneben (4 cm) gepflanzt, um ein Hacken zu ermöglichen und die Kapillarität des Bodens zu brechen (was die Wasserverdunstung reduziert).

Sieben Jahre lang haben Versuche gezeigt, dass es schwierig ist, Mischkultursysteme zu entwickeln, die in den meisten Jahren eine gute Unkrautunterdrückung auf der Reihe ermöglichen, ohne das Wachstum und den Ertrag der Sojabohnen allzu sehr zu behindern. Die Wetterkapriolen der letzten Jahre, von sehr feucht bis sehr trocken, haben dies nicht einfacher gemacht. Bei Mischkulturen kann es bei Trockenheit dazu kommen, dass der Mischungspartner zu viel Wasser braucht.

Weiterführende Informationen:
Biosoja: Versuchsberichte (gleiche Rubrik)
Die Versuchsresultate zu Soja Mischkultur und Untersaaten stammen aus den Jahren 2011 bis 2017.

Direktsaat

Zur Direktsaat von Soja unter Biobedingungen gibt es Versuche verschiedener Akteure, insbesondere in Süddeutschland in der Rheinebene. Wintergetreide (Roggen oder Gerste) wird zur Blüte mit einer Messerwalze im Frontanbau überfahren und mit einer Direktsaatmaschine in einem Arbeitsgang die Soja eingesät. Es ist wichtig, bis zur Blüte des Roggens zu warten, da sonst die Gefahr besteht, dass er sich wieder aufrichtet und in der Soja weiterwächst. Deswegen kann vergleichsweise erst spät gesät werden. Es findet keine weitere Unkrautbekämpfung statt.

In den Versuchen von 2014-2017 waren die Erträge bei Direktsaat 20 bis 40 Prozent niedriger als bei Verfahren mit herkömmlicher Bodenbearbeitung. Allerdings waren auch die Anbaukosten deutlich geringer.

Die Probleme waren klassisch: Schwierigkeiten bei der Aussaat von Sojabohnen durch die dicke Schicht des Roggens, gelegentliche Beschädigung durch Schnecken, Wassermangel in trockenen Jahren, Sauberkeit des Bestandes nicht immer gewährleistet bis zur Ernte. Der Erfolg variiert je nach Parzelle und Klima des Jahres. Im Biolandbau in Süddeutschland wird diese Technik auf entlegenen oder unförmigen Flächen, auf denen eine Unkrautkontrolle schwierig ist und auf erosionsgefährdeten Flächen eingesetzt. Es ist jedoch wichtig, dass die Bodenstruktur gut und der Unkrautdruck gering ist. Betriebe mit hohen Arbeitsspitzen (z.B. mit Reben) schätzen Direktsaaten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ergebnisse der Direktsaat für Sojabohnen von Jahr zu Jahr stark variieren und von Parzelle zu Parzelle sehr unterschiedlich sind. Wenn die meisten Bedingungen günstig sind, was selten ist, kann die Direktsaat für einige landwirtschaftliche Betriebe erfolgreich oder zumindest interessant sein.

Weiterführende Informationen zur Direktsaat:
Resultate aus Versuchen von 2014-2017 (in der Rheinebene, Deutschland; externe Webseite)

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Einsaat in bestehende Kultur (Relay-Cropping)

Es handelt sich um eine Anbautechnik, bei der die Soja (oder eine andere Kultur) direkt in eine andere, bereits etablierte Kultur (z.B. Weizen) gesät wird. Nach der Ernte der Hauptkultur (z.B. Weizen) bleibt die nachträglich eingesäte Kultur einfach stehen, kann sich gut entwickeln und über den restlichen Sommer abreifen.
Diese Technik wird, allerdings in Kombination mit Herbizid, u.a. in den USA und Kanada entwickelt und genutzt.
In der Schweiz hat es vereinzelt Landwirte, die damit experimentieren. Praxistauglich ist dieses Verfahren noch nicht.

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Aussaat mit der Getreidesämaschine

Diese Art der Aussaat erfolgt mit schmalen Reihen (12 bis 17 cm), die nur eine flächige Unkrautkontrolle mit einem Striegel, einer Rollhacke oder einem Rollstriegel erlauben. Das Hacken zwischen den Reihen ist nicht möglich und somit eine sichere Unkrautbekämpfung nicht gewährleistet. Deshalb kann diese Aussaattechnik nicht empfohlen werden.

Saat von Biosoja (gleiche Rubrik)

 

Soja als Zweitkultur, Aussaat Juni-Juli

Diese Technik ermöglicht es, mit sehr frühen Sorten hauptsächlich Futtersojabohnen bei sehr niedrigen Erträgen zu produzieren. In heissen und trockenen Sommern kann es zu Auflaufproblemen bei der Einsaat nach der Gerstenernte kommen. Diese Methode muss noch genauer erprobt werden.

Fazit

Die beiden letztgenannten Anbautechniken haben noch experimentellen Charakter, sind risikoreich und können deshalb höchstens auf Parzellen mit geringem Unkrautdruck, strukturierten, tiefen Böden und Bewässerungsmöglichkeit empfohlen werden. Der Bedarf an kostensparender Anbautechnik vor allem im Hinblick auf die Futtersojapreise bleibt aber hochaktuell.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 18.02.2019

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