Verfügbarkeitsstufen 

Das Wichtigste in Kürze

Ist das von Ihnen gewünschte Saatgut in Bioqualität verfügbar? Schauen Sie nach in OrganicXseeds der offiziellen Datenbank der Schweiz!
www.organicxseeds.ch

Die Verwendung von Saatgut im Biolandbau und die Handhabung von Ausnahmen sind in den Bio Suisse Richtlinien (Teil II, Art. 2.2.3.3) festgehalten.

Das Wichtigste daraus in Kürze:

Drei-Stufen-System

Bio Suisse teilt die Arten und Arten-Untergruppen aufgrund der Verfügbarkeit von Biosaatgut in drei Stufen ein:

Stufe 1 (Bio-Pflicht): Verwendung von Biosaatgut ist Pflicht. Ausnahmen für den Erwerbsanbau sind nur möglich für Sortenversuche und Erhaltungssorten (antragspflichtig).

Stufe 2 (Bio-Regel): Verwendung von Biosaatgut ist die Regel. Falls keine geeignete Sorte in Bioqualität verfügbar ist, kann ein gut begründeter Antrag auf Genehmigung einer Ausnahme gestellt werden.

Stufe 3 (Bio-Wunsch): Verwendung von Sorten aus Biosaatgut ist freigestellt. Ist eine gewählte Sorte aus Biovermehrung verfügbar, muss sie in Bioqualität verwendet werden. Sorten, die nur in konventioneller Qualität verfügbar sind, können ohne Ausnahmeantrag eingesetzt werden.

Mögliche Ausnahmen

für alle Stufen

  • Sortenversuche mit Sorten, die noch nicht als Biosaatgut lieferbar sind können auf einer beschränkten Fläche (max. 10% eines Satzes oder 10 Aren) nach Meldung durchgeführt werden.
  • Der Anbau von seltenen Sorten zur Erhaltung der Sortenvielfalt ist auf Antrag erlaubt.

für Stufe 2 (Bio = Regel)

  • Der Anbau von konventionellem Saatgut ist möglich, wenn der Landwirt nachweisen kann, dass keine der biologisch angebotenen Sorten für seine Zwecke geeignet ist.

Infos zu einzelnen Kulturen

Getreide

Es steht in der Regel genügend Biosaatgut zur Verfügung. Ausser Winterhafer (Stufe 2) sind fast alle Getreidearten auf Stufe 1, das heisst Ausnahmegesuche sind nur noch möglich für Sortenversuche, Erhaltungssorten und Basissaatgut.

Kartoffeln

Es werden in der Schweiz nur 10 Sorten in Bio vermehrt. Da aber viel mehr Sorten angebaut werden, können konventionelle Pflanzkartoffeln bewilligt werden. Die Saatgutstelle erhebt im Auftrag der Bio  Suisse eine Lenkungsabgabe (die Preisdifferenz zwischen dem konventionellen und dem biologischen Saatgut). Sie wird mit Ausstellung der Bewilligung in Rechnung gestellt. Das Geld wird im Folgejahr zur Vergünstigung des Biopflanzgutes und zur Unterstützung von Kartoffel Sortenversuchen unter Biobedingungen verwendet. Jedes Jahr Anfang September entscheidet ein Gremium von Vertretern der Bio Suisse, Vermehrungsorganisationen und dem FiBL über die Verwendung der Mittel.

Ausnahmebewilligungen für

Die Liste mit den aktuellen Lenkungsabgaben und Hinweisen auf das Vorgehen können Sie hier herunterladen:
Lenkungsabgaben 2018/2019 (182.0 KB)

Zum Import von Biopflanzkartoffeln: Artikel in der dlz (939.1 KB) vom August 2017.

Mais

Die Versorgung an Maissorten ist exzellent. Ausnahmegesuche sind nur noch möglich für Sortenversuche, Erhaltungssorten, Basissaatgut und Polentamais.

Futterbau

Wer Mischungen verwendet, muss die entsprechenden Mindestanteile an Biosaatgut berücksichtigen.
Details sind ersichtlich in der Sortenliste
«Futterbau und übrige Ackerkulturen»

Obst und Beeren

Inländisches Knospe Pflanzmaterial ist Pflicht. Um solches zu erhalten, ist das rechtzeitige Bestellen bei einer Biobaumschule ausdrücklich zu empfehlen. Vegetatives Vermehrungsmaterial, das nicht aus Schweizer Knospe Anbau stammt, braucht eine Ausnahmebewilligung und wird mit einer Lenkungsabgabe belegt:
Lenkungsabgabe auf Jungpflanzen (Rubrik Obstbau)

Bei der Suche nach Obst- und Beerenpflanzgut beachten Sie bitte das Merkblatt zur Jungpflanzenregelung. Es kann kostenlos heruntergeladen werden:
Merkblatt «Jungpflanzenregelung im Bioobst- und –beerenanbau» (FiBL-Shop)

Zierpflanzen und Gemüse

Es gibt für relativ viele Arten generelle Ausnahmebewilligungen (Stufe 3). Sie können auf www.organicxseeds.ch eine Bestätigung erstellen, dass das gewünschte Saatgut nicht in Bio erhältlich ist (Pflichtmeldung an die Saatgutstelle ohne schriftliches Gesuch).

Jungpflanzen müssen immer aus Bioproduktion stammen. Vegetatives Vermehrungsmaterial  anderer Herkunft als Schweizer Knospe darf nur mit einer Bewilligung der Saatgutstelle eingesetzt werden. Bitte kontaktieren sie teambiosaatgut(at)fibl.org

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 25.10.2018

Nach oben

Werbung