Ramtillkraut – eine stark unkrautunterdrückende Gründüngungspflanze Hofdünger im Gemüsebau mit Vorsicht einsetzen 

Grundversorgung, Stickstoff, Bor bei Biogemüse

Grundversorgung

Für die grossen Gemüsesätze, die nun noch folgen, ist folgende Grundversorgung sinnvoll: Phosphor, Kali, Magnesium und Spurenelementen werden am besten in der Fruchtfolge über regelmässige Kompostgaben abgedeckt. Neben der Nährstoffversorgung wird damit der Boden wieder mit organischer Substanz versorgt. Mit einer regelmässigen Kompostdüngung und einem Kunstwiesenanteil von 20 % in der Fruchtfolge kann der Boden, auch bei Gemüsekulturen mit der notwendigen starken Bodenbearbeitung, die verlorenen organische Substanz ersetzt werden. Grüngutkompost kann auf gut befahrbarem Boden (z.B. vor Wiesen- oder Gründüngungsumbruch) in einer Dreijahresgabe (maximal 25 t TS pro ha) ausgebracht werden.

Besonders bei Lagerkulturen ist auf eine gute Kaliversorgung zu achten. In diesen Kulturen kann eine Kali-Ergänzungsdüngung sinnvoll sein. Bei einer Kaliversorgungsstufe A, B oder teilweise auch C im Boden kann mithilfe von Patentkali, Kalisulfat und Magnesia-Kainit der ausgewiesene Netto-Nährstoffbedarf ausgebracht werden (inklusive Kali in Kompost und Mist). Dabei sollte auf ein ausgeglichenen Kali-Magnesium Verhältnis geachtet werden, da bei zu starkem Kaliüberschuss im Boden die Magnesiumaufnahme der Pflanzen gestört werden kann.

Stickstoff

Die Stickstoffversorgung ist und bleibt der zentrale Punkt. Vorzuziehen sind Dünger ohne Phosphor, denn diese ermöglichen es überhaupt, Kompost einzusetzen. Wenn die Stickstoffversorgung über organische Handelsdünger erfolgt, bei denen das Stickstoff zu Phosphorverhältnis enger als 4:1 ist, kann nach Suisse-Bilanz oft kein nennenswerte Menge Kompost mehr ausgebracht werden. Für die Nährstoffbilanz ist nur der verfügbare Anteil des Stickstoffes, also 70 % anzurechnen. Das heisst, bei einem Dünger mit 12 % Nges sind 8.4 % N verfügbar (Nverf). Bei 20 °C Bodentemperatur setzt die Mineralisierung bei den üblichen Düngern rasch ein. Nach zwei Wochen sind bereits zwei Drittel des Stickstoffs mineralisiert, vier Wochen nach der Düngung ist bei ausreichender Feuchte der verfügbare Dünger bereits umgesetzt.

Borversorgung bei Biogemüse

Der Sommer 2019 steht vor der Tür – wird er wieder so heiss und trocken wie im vergangenen Jahr, empfiehlt sich die Borversorgung in gewissen Gemüsekulturen wie Sellerie, Randen oder Blumenkohl genau im Auge zu behalten. Denn insbesondere bei Trockenheit und hohem PH-Wert (pH > 7) kann Bormangel auftreten, da unter diesen Bedingungen Bor aus dem Boden nicht aufgenommen werden kann. Typische Symptome sind Herz- und Trockenfäule (Sellerie, Randen), Hohlräume und Verbräunungen (Pastinaken, Karotten, Rettich) oder und spröde, schmale Blätter sowie glasige Flecken auf den Blumen bei Blumenkohl und Broccoli.

Bei Mangelsymptomen, geringem Gehalt im Boden oder Vorjahreserfahrungen empfiehlt sich noch vor dem Knollensansatz eine Blattdüngung mit 1-2kg Borsäure pro ha („Borax,, „Bortrac“, „Solubor“), welche im Abstand von 10-15 Tagen wiederholt werden sollte. Vorbeugend kann ausserdem eine regelmässige Bewässerung die Boraufnahme der Pflanzen verbessern.

Seit einigen Jahren ist laut Bio-Suisse Richtlinien für eine Bordüngung bei Randen, Sellerie, Blumenkohl, Brokkoli und Spinat, kein Bedarfsnachweis mehr erforderlich. Nach wie vor muss der Einsatz allerdings protokolliert und eine Kontrollparzelle ohne Düngung angelegt werden. Vorlagen zum Protokoll sind bei den Kontrollfirmen erhältlich.

Samuel Hauenstein, Martin Koller

Weiterführende Informationen

Betriebsmittelliste 2019 (Seite 6; FiBL-Shop)

Pflanzenschutzempfehlungen für den Gemüsebau (FiBL-Shop)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 29.05.2019

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