Jungsträucher müssen in gewissen Fällen nicht bio sein 

Neue Hecken für eine blühende Landschaft

Wer eine neue Hecke anlegt, bietet vielen wilden Tieren Brut- und Rückzugsort, Nahrungsquelle und Wanderroute. Im Tal schützen Hecken die Böden vor Winderosion, während sie im Berggebiet steile Hänge befestigen. Entlang von Bächen und Drainagen helfen sie die Ufer zu befestigen und schützen bei starken Regenfällen vor Bodenerosion. Zudem wird die Landschaft wesentlich bereichert. Damit der neue Lebensraum für die Tiere wertvoll sein wird und gleichzeitig die wirtschaftlichen Ansprüche des Bauers erfüllt werden, sollte die Hecke die Qualitätskriterien nach Ökoqualitätsverordnung (ÖQV) erfüllen. Beiträge für Hecken können je nach Zonen und kantonalen Förderprogramme bis zu 45 Franken pro Are betragen.

Hecken vernetzen

Hecken sind beliebte Verbindungselemente zwischen bestehenden Lebensräumen. Die in Vernetzungsprojekten festgelegte Standortwahl sollte deshalb möglichst eingehalten werden. In einer offenen Ackerbaulandschaft werden Niederhecken bevorzugt, weil Hoch- und Baumhecken von standorttypischen Arten wie Feldlerchen aber auch von Tagfaltern wie ein unüberwindbares Hindernis (Wand) wahrgenommen werden. In Siedlungsgebieten werden neue Hecken mit Vorteil nicht entlang von Wegen angelegt, weil Hunde einen grossen Störfaktor für die Fauna ausüben können. 

Welche Straucharten?

Idealerweise besteht die Hecke aus 12 bis 15 einheimischen Strauch- und Baumarten mit zirka 40 Prozent dornigen Sträuchern. Wegen Feuerbrand wird auf Weissdorn verzichtet und Hagebutte, Schwarzdorn oder Kreuzdorn bevorzugt. Die von den Landwirten nicht sehr geliebten Dornensträucher sind für viele Tiere lebenswichtig, schützen sie doch das Nest vor Räubern.

Anordnung der Sträucher

Für eine zwei Meter breite Bestockung werden die Sträucher dreireihig und versetzt mit  einem Abstand von einem Meter gesetzt. Dies ergibt einen Pflanzgutbedarf von  2.5 pro Laufmeter Hecke. Am besten werden 4 bis 8 Sträucher derselben Art gruppiert gepflanzt. Auf dieser Weise haben auch langsam wachsende Arten eine bessere Etablierungschance.

Bei grossen Pflanzaktionen können Schulklassen oder Naturschutzvereine einbezogen werden. Einige Kantone übernehmen die Pflanzgutkosten, auch private Stiftungen können angefragt werden.

Krautsaum

Zu jeder Hecke gehört beidseitig ein Krautsaum mit einer Mindestbreite von drei Metern. Eine Hälfte des Saumes wird zum selben Schnittzeitpunkt gemäht wie die extensiven Wiesen, die andere Hälfte erst sechs Wochen später. Mit dieser Staffelung kann das Überleben vieler Nützlinge sichergestellt werden.

Für weiterführende Informationen:

Film: Heckenpflanzung (Rubrik Biodiversität)
Bezugsadressen Biopflanzgut für Zierpflanzen (Rubrik Adressen)
Bezugsadressen Biopflanzgut Obst und Beeren (Rubrik Adressen)
Jungsträucher müssen in gewissen Fällen nicht bio sein (Rubrik Biodiversität)

Merkblatt Hecken planen, pflanzen, pflegen (im FiBL-Shop)
Feldrandtafel Artenvielfalt auf dem Biohof (im FiBL-Shop)
Faktenblatt Biolandbau und Biodiversität (FiBL Shop)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 18.03.2013

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