Eine blütenreiche Ökowiese anlegen 

Bunt- und Rotationsbrachen mit gezielten Pflegeeingriffen aufwerten

Bunt- und Rotationsbrachen sind die artenreichsten Biodiversitätsförderflächen auf dem Ackerland. Sie blühen von Frühling bis Herbst und bieten zahlreichen Insekten wie Schmetterlingen und Wildbienen Pollen und Nektar an. Die Samen sind im Winter beliebt: oft beobachtet man in Brachen auf den Grossen Karden ganze Distelfinkenschwärme. Wenn im Herbst die umliegenden Kulturen abgeerntet sind, bleiben im Ackerbaugebiet die Brachen als fast einzige Rückzugsorte für Feldhasen und andere Wildtiere übrig.

Problempflanzen entfernen

Um ihre Funktion für die Artenvielfalt möglichst gut und lange leisten zu können, müssen Brachen sorgfältig gepflegt werden. Unkräuter wie Ackerkratzdistel und Blacken sowie Neophyten wie kanadische Goldrute und drüsiges Springkraut verbreiten sich in Brachen sehr schnell. Auch Gehölze wie Weiden und Eschen wachsen nach ein paar Jahren spontan. Deshalb sind regelmässige Kontrollen unerlässlich und Problempflanzen müssen sofort ausgerissen werden.

Mähen – nicht mulchen

Damit Brachen langfristig attraktiv bleiben, sollte im Winter ein Teil der Brache gemäht und der Boden oberflächlich bearbeitet werden. Dieser Eingriff fördert die Artenvielfalt und kann gleichzeitig die Vergrasung verlangsamen und die Verbuschung verhindern. Rotationsbrachen dürfen ab dem ersten Standjahr zwischen dem 1. Oktober und 15. März geschnitten werden, Buntbrachen ab dem zweiten Standjahr und nur auf der Hälfte der Fläche. Eine oberflächliche Bodenbearbeitung (zirka 10 cm) ist nur in Buntbrachen erlaubt. Das Schnittgut wird abgeführt. Einen Teil kann man auf dem nicht-geschnittenen Brachenstreifen als grosse Haufen ablegen - aber nur mit absolut unkrautfreiem Material!
Durch diesen Pflegeeingriff werden Samen im Boden wieder aktiviert, so dass einjährige Pflanzen wie Mohn, Kornblume und Kornrade wieder zum Blühen kommen. Auf einem Streifen lassen sich so mehrjährige und einjährige Brachen beobachten. Obwohl das Mulchen erlaubt ist, sollte darauf verzichtet werden, weil damit überwinternde Insekten und Kleintiere zerstört werden.

Brachen können zusätzlich aufgewertet werden, indem man im oder am Rand des Streifens grosse Steinhaufen aufschichtet oder einige niedrigen Sträucher wachsen lässt. VC

Weiterführende Informationen

Hoftafeln und Infoblätter «Wildtierfreundlicher Biolandbau» (gleiche Rubrik)

Biodiversität (alle Seiten in dieser Rubrik)

 

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 06.10.2014

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