Kartoffeln: gut vorgekeimt ist halb gewonnen

Die Tage werden länger und schon steht die neue Kartoffelsaison vor der Tür. Höchste Zeit also, sich Gedanken über das Pflanzgut zu machen: In welchem Zustand befindet es sich jetzt und wie möchte ich es setzen?

(18.02.2019) Biokartoffeln sollten unbedingt vorgekeimt oder in Keimstimmung versetzt werden. Durch den bis 14-tägigen Vorsprung beim Auflaufen wächst die Kartoffel schneller aus dem empfindlichen Jugendstadium, bildet den Ertrag früher und ist weniger anfällig auf Rhizoctonia. Die Belichtung macht die Schale härter und regt die Solaninbildung an, wodurch die Knolle widerstandsfähiger wird. Die raschere Bodenbedeckung unterdrückt Unkraut und vermindert Erosion. Die Abreife setzt früher im Sommer ein, so dass während den kritischsten Krautfäule- und Blattläusezeiten bereits die Altersresistenz einsetzt. Das Vorkeimen bringt aber auch viel Aufwand und die Legetechnik muss dem Vorkeimen angepasst sein, um Keimbruch und somit inhomogene Bestände und Erntegutsortierungen zu vermeiden.

Ein Kompromiss zwischen Vorkeimen und Arbeitsersparnis ist die Wärmeschockmethode, wobei das Pflanzgut vor dem Pflanzen langsam auf bis 20° C erwärmt wird.

Nach dem heissen Sommer 2018 gilt es besonders den Zustand des Pflanzgutes zu beobachten. Die hohen Temperaturen in den Dämmen liessen die Kartoffeln physiologisch stark altern. Das Pflanzgut ist so meist bereits in Keimstimmung, was einen Wärmestoss unnötig macht. Dieses Jahr soll eher etwas kühler und mit rechtzeitiger Beleuchtung vorgekeimt werden, um kurze stabile Keime zu erhalten. Selbstverständlich ist immer die sortentypische Vorkeimdauer zu beachten. Diese findet man auf der

Sortenliste Biokartoffeln (FiBL-Shop)

Weitere Informationen

Biokartoffeln (Rubrik Ackerbau)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

Werbung