Mais und Bohnen als Mischkultur - im erneuerten Merkblatt «Biomais»

Das Schädlingskapitel wurde im aktualisierten Merkblatt stark erweitert. Die Erfahrungen aus den FiBL-On-Farm Versuchen zu Sorten, Direktsaat oder Untersaaten sind ebenfalls eingeflossen. Ganz neu ist das Kapitel Mischkultur von Mais und Bohne. So ist nun ein weiterhin kompaktes, aber dennoch umfassendes Merkblatt zum biologischen Maisanbau entstanden.

(01.03.2019)
Das Merkblatt umfasst 13 Seiten und kann bestellt oder gratis heruntergeladen werden unter:

Merkblatt «Biomais» (FiBL-Shop)

Mais und Bohnen in Mischkultur

Mais und Stangenbohnen sind zwei Pflanzen, die sich ideal ergänzen. Während der Mais Stickstoffbedürftig ist, fixieren Bohnen in ihren Knöllchen unterirdisch mit Hilfe von Bakterien Luftstickstoff. Die Stangenbohnen finden in den starken Maispflanzen den benötigten Halt, um sich zum Licht emporzuranken. Auch in der Wiederkäuerration bilden diese Partner eine gute Mischung: Der Mais weist einen sehr hohen Energiegehalt auf, so dass die Maissilage mit eiweissreichem Kraftfutter ergänzt werden muss, um eine ausgeglichene Ration zu erhalten. Die Stangenbohne bringt mit dem hohen Eiweissgehalt eine Abschwächung des Energieüberhangs in die Silage. In der Praxis wurden bei 25 bis 30 Prozent Stangenbohnenanteil in der Silage eine Steigerung von den üblichen 6 bis 7 Prozent Rohprotein in der Maissilage auf 9 Prozent oder mehr in der Silage der Mischkultur gemessen.

Bisher gab es Bedenken wegen des Phasins, eines giftigen Inhaltsstoffs der Bohnen, der in den Schoten konzentriert ist. Phasin ist ein Gemisch aus verschiedenen komplexen Proteinen und verklebt die roten Blutkörperchen. Dies ruft beim Menschen Übelkeit und Erbrechen hervor und kann im schlimmsten Fall tödlich sein, weshalb wir keine rohen Bohnen verzehren können. Durch Züchtung gibt es neuerdings phasinarme Bohnen. Untersuchungen haben gezeigt, dass durch den Fermentierprozess während des Silierens und im Pansen Phasin gut abgebaut wird. In Fütterungsversuchen konnte keine Beeinträchtigung der Tiergesundheit oder Leistungsbereitschaft nachgewiesen werden. Mit dem Vorliegen dieser Untersuchungen kann nun der Einsatz in der Praxis empfohlen werden.

Der Anbau der Mischkultur hat sich durch die Selektion und Züchtung geeigneter Sorten stark vereinfacht. Es gibt Sorten, deren Korn so gross ist wie ein Maiskorn und die gleichzeitig mit dem Mais gesät werden können. Somit lässt sich das Saatgut im Saatguttank mischen und gleichzeitig säen, es ergibt sich kaum Mehraufwand. Die Saatstärke beim Mais wird auf 8 bis 9 Korn je Quadratmeter reduziert und 4 Korn Bohnen beigemischt. Die Verteilung der Mais- und Bohnenpflanzen ist natürlich nicht exakt regelmässig, was aber kein grosses Problem birgt. Wichtig ist es, das Saatgut im Tank regelmässig auf Entmischung zu überprüfen, die von den Vibrationen verursacht wird. Alternativ bleibt die klassische Einsaat der Bohnen im 3-Blatt-Stadium des Maises. Der Strickhof macht schon seit vier Jahren Praxisversuche mit Mais-Bohnen Mischkulturen, vereinzelt bauen auch Landwirte die Mischung schon an. Die Resultate schwanken von Jahr zu Jahr etwas, weil die Bedingungen mal für die Bohne, mal für den Mais besser sind.

Wer bereits dieses Jahr den Anbau ausprobieren möchte, erhält Saatgut beispielsweise bei Sativa. In Zusammenarbeit mit KWS wird eine abgestimmte Saatgutmischung mit phasinarmen Bohnen angeboten.

Mais-Bohnenmischkulturen werden auf den Flurgängen des FiBL und dem Bioackerbautag gezeigt. Die Anlässe werden im Frühjahr publiziert in der

Agenda (Rubrik Aktuell)


Weiterführende Informationen

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Biomais (Rubrik Ackerbau)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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