Jedem Boden sein Getreide Schafft der Triticale den Durchbruch über die Biozüchtung? 

Sortenversuch Biomahlweizen FiBL-Kantone: Ergebnisse

2019: Hohe Weizenerträge und trotzdem gute Qualität

Insgesamt war 2019 dank gut verteilter Niederschläge ein gutes Getreidejahr - die Erträge lagen etwas höher als in andern Jahren. Im Versuchsnetz mit sieben Standorten lag der durchschnittliche Ertrag bei 51.7 dt/ha.

Das ist der zweithöchste Ertrag in den letzten zehn Jahren und im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 2 dt/ha (Dezitonnen pro Hektare). Auffallend war, dass sich die neue Sorte Montalbano mit einem Ertrag von 58.8 dt/ha deutlich von den anderen Sorten abhob. Bekannte Sorten (Wiwa, Nara) lagen ziemlich genau im Durchschnitt. Die hohen Erträge liessen die Proteinwerte leicht sinken. Gegenüber dem Vorjahr gingen sie um 0.7 % auf 12.7 % zurück, was immer noch gut ist. Auffällig war auch hier, dass sich Wiwa und Runal ziemlich genau im Durchschnitt befanden.

Vielversprechender als diese relativ alten Sorten sind die neue Sorte Prim aus der Züchtung von Peter Kunz mit 13.2 % und Rosatch aus der Züchtung von Agroscope mit 13 %. Rosatch ist bereits auf der Biosortenliste, das Saatgut ist aber noch nicht erhältlich. Prim wird wahrscheinlich nächstes Jahr aufgenommen und sollte dann mit der Zeit Wiwa teilweise ersetzen können. Montalbano ist noch nicht auf der Sortenliste, für den Probeanbau sind aber bereits kleine Mengen Biosaatgut erhältlich. Trotz hohem Ertrag hat Montalbano noch einen Proteinwert von 12.4 %.

Die Sorte Nara wurde nicht in die Biosortenliste aufgenommen, da sie mit 12.1 % den tiefsten Proteinwert aufwies und teilweise stark verunkrautete. Sie kann aber weiterhin im Vertrag angebaut werden. Wir empfehlen, Nara nur auf Parzellen mit wenig Unkrautdruck in Kombination mit einer Untersaat anzubauen. Ausserdem braucht Nara hohe Stickstoffgaben von über 100 kg/ha, damit sie überdurchschnittliche Erträge erzielt.

Im Labor wurden auch bereits die Feuchtklebergehalte untersucht. Diese lagen bei durchschnittlich 30.3 %, was immer noch einem sehr guten Wert entspricht. Beim Feuchtkleber haben der neue Wechselweizen Diavel und die Winterweizen Runal und Wiwa am besten abgeschnitten.

Hansueli Dierauer, FiBL

Sortenversuche: Allgemeines

Versuchsfrage

  • Wie verhalten sich die verschiedene Sorten unter Biobedingungen?
  • Unkrautunterdrückung, Pflanzengesundheit, geringe Nährstoffzufuhr?
  • Welche Sorten erbringen den höhsten Ertrag?

Die Ergebnisse dienen zur Aufnahme von neuen Sorten auf der empfohlene Sortenliste des FiBL.

Verfahren

zirka 7 Standorte
zirka 8 Sorten, Streifenversuche on-Farm

Erhebungen

  • Pflanzenhöhe
  • Unkrautunterdrückung
  • Gesundheit Blatt, Ähre
  • Lageranfälligkeit
  • Erntefeuchtigkeit
  • Rohertrag bei der Ernte
  • Qualität (Protein, Feuchtgluten,usw)

Standorte 2018

  • Urs Knecht, Eich, 8311 Brütten ZH Betriebsprotrait (116.6 KB)
  • Django Hegglin, Bildungsheim Neuhof, Pestalozzistrasse 100, 5242 Birr AG
  • Fritz Rupp, Mühle 30, 9555 Tobel TG
  • Philippe Faivre, Route du Jura 70, 2924 Montignez JU
  • Urs Siegenthaler, Schwand, 3110 Münsingen BE Betriebsprotrait (115.3 KB)
  • Cyriac Schnyder, Hitzligen, 6212 St-Erhard LU
  • Stephane Deytard, Route d'Ependes VD

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 10.09.2019

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