Jedem Boden sein Getreide Schafft der Triticale den Durchbruch über die Biozüchtung? 

Sortenversuch Mahlweizen

Ergebnisse aus dem Biomahlweizen Sortenversuch 2018 (Praxisversuche FiBL-Kantone)

Das Jahr 2018 zeichnete sich durch hohe Erträge von fast 50 dt/ha und dazu noch sehr hohe Proteinwerte von 13.4 % aus. Die Sorten aus der Getreidezüchtung von Peter Kunz überzeugten mit einer sehr guten Qualität und mit stabilen Erträgen. Den höchsten Ertrag bei tiefsten Proteinwerten erzielte jedoch die neue Sorte Baretta aus der Züchtung von Agroscope/DSP.

Das FiBL führt jedes Jahr auf sieben Knospe-Betrieben der Nordwest- und Westschweiz Streifenversuche mit acht Mahlweizensorten durch. Dieses Jahr wurden wiederum vier Sorten von GZPK (Getreidezüchtung Peter Kunz) und vier Sorten von Agroscope/DSP (Agroscope/Delley Samen und Pflanzen AG) getestet.

Die Erträge bei Bioweizen sind dieses Jahr in unserem Praxisversuchsnetz mit 49.8 dt/ha um ca. 6 dt/ha tiefer ausgefallen als im Vorjahr. Dafür sind die Proteinwerte von 12.9 % auf durchschnittlich 13.4 % angestiegen. Noch besser sieht es bei den Feuchtkleberwerten aus. Diese liegen bei einem sehr hohen Wert von 32.3, was die Verarbeiter sicher freuen wird. Die Unterschiede zwischen den Sorten waren nicht gross. Alle Sorten aus der Getreidezüchtung Peter Kunz haben den Trockenstress und auch die massiven Invasionen von Getreidehähnchen gut ertragen und insgesamt gute Erträge, hohe Proteinwerte und sehr gute Hektolitergewichte erreicht. Sie haben sich als stabil und ausgeglichen erwiesen.

Insgesamt hat die Sorte Pizza am besten abgeschnitten, gefolgt von Tengri und Wiwa. Die neue Sorte Baretta aus der Züchtung von Agroscope/DSP hat mit 52.2 dt/ha absolut den höchsten Ertrag aber auch den tiefsten Proteinwert mit "nur" 12.7 %. Baretta hat sich als kräftige Weizensorte mit guten Resistenzeigenschaften bewährt. Sie wird definitiv auf die empfohlene Sortenliste von FiBL/Bio Suisse aufgenommen.

Bezüglich Qualität scheint die neue Versuchssorte Rosatch von Agroscope/DSP noch besser zu sein. Sie hat mit Abstand die höchsten Protein- und Kleberwerte erreicht. Diese Sorte kommt aber erst nächstes Jahr auf unsere Liste. Die von den Verarbeitern gewünschten Sorten Molinera und Runal sind unter Biobedingungen schwierig anzubauen. Sie benötigen viel Stickstoff und sind anfällig auf Krankheiten. Lorenzo und Arnold sind ausgeglichene und stabilere Sorten. Auch Nara bleibt eine "Spezialität" für Betriebe. In Kombination mit einer Untersaat ist der kurze Wuchs ein Vorteil. Diese unterdrückt das Unkraut. Ohne Untersaat bleibt der Anbau unter Biobedingungen aber ein Risiko. Deshalb ist zwar Biosaatgut von Nara im Handel, aber sie ist von der Fachgruppe nicht auf die empfohlene Sortenliste von FiBL und Bio Suisse aufgenommen worden. Sie kann nur im Vertragsanbau mit einem Abnehmer angebaut werden.

Text: Hansueli Dierauer, FiBL

Sortenversuche: Allgemeines

Versuchsfrage

  • Wie verhalten sich die verschiedene Sorten unter Biobedingungen?
  • Unkrautunterdrückung, Pflanzengesundheit, geringe Nährstoffzufuhr?
  • Welche Sorten erbringen den höhsten Ertrag?

Die Ergebnisse dienen zur Aufnahme von neuen Sorten auf der empfohlene Sortenliste des FiBL.

Verfahren

zirka 7 Standorte
zirka 8 Sorten, Streifenversuche on-Farm

Erhebungen

  • Pflanzenhöhe
  • Unkrautunterdrückung
  • Gesundheit Blatt, Ähre
  • Lageranfälligkeit
  • Erntefeuchtigkeit
  • Rohertrag bei der Ernte
  • Qualität (Protein, Feuchtgluten,usw)

Standorte 2018

  • Urs Knecht, Eich, 8311 Brütten ZH Betriebsprotrait (116.6 KB)
  • Django Hegglin, Bildungsheim Neuhof, Pestalozzistrasse 100, 5242 Birr AG
  • Fritz Rupp, Mühle 30, 9555 Tobel TG
  • Philippe Faivre, Route du Jura 70, 2924 Montignez JU
  • Urs Siegenthaler, Schwand, 3110 Münsingen BE Betriebsprotrait (115.3 KB)
  • Cyriac Schnyder, Hitzligen, 6212 St-Erhard LU
  • Stephane Deytard, Route d'Ependes VD

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 07.09.2018

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