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Sortenempfehlungen für die Aussaat 2020 (Ernte 2021)

Die Liste der empfohlenen Biogetreidesorten für die Ernte 2021 enthält die Sortenempfehlungen und die Zuteilung zu den Verfügbarkeitsstufen.

Die Auswahl der Sorten obliegt dem Ausschuss Saatgut der Fachgruppe Ackerkulturen von Bio Suisse und erfolgt in Zusammenarbeit mit Fachpersonen aus Forschung, Beratung, Züchtung und Vermarktung. Die Sortenliste für die Ernte 2020 (wichtig für die Abnehmer) steht weiterhin an gleicher Stelle wie die Sortenliste 2021 zur Verfügung.

Sortenlisten Biogetreide Ernte 2020 und 2021 (FiBL-Shop)

Winterweizen

«Wiwa» ist seit Jahren die am meisten angebaute Sorte im Biolandbau. Diese Dominanz hat sie wegen ihrer guten Anpassungsfähigkeit an die verschiedenen Standorte und ihrer Konstanz bezüglich Ertrag und Qualität.  Bezüglich Qualität ist aus der Getreidezüchtung Peter Kunz nur die Sorte «Tengri» noch etwas besser. Im Anbau ist diese aber weniger standfest. «Pizza» eignet sich durch ihren kräftigen Wuchs vor allem für Betriebe, die einen höheren Unkrautdruck haben.

Aus der Züchtung von Agroscope haben sich die Sorten «Rosatch» und «Baretta» bewährt. «Rosatch» ist begrannt und hatte in den letzten beiden Jahren die höchsten Proteinwerte in den FiBL-Praxisversuchen. «Baretta» ist nur für Betriebe mit genügend Stickstoff und gute Standorte zu empfehlen. Die neue Sorte «Montalbano» verspricht sehr viel bezüglich Ertrag. Die Sorte ist im Aufbau, Saatgut ist schon erhältlich. Die ältere Sorte «Titlis» verliert immer mehr an Bedeutung. «Runal» und «Molinera» weisen zwar sehr gute Qualitäten auf, unter Biobedingungen sind sie aber nicht einfach anzubauen. Die Sorten «Lorenzo» und «Arnold» werden nicht mehr vermehrt.

Weitere Details und eine Uebersicht über alle Sorten finden sich in der empfohlenen Sortenliste Biogetreide 2021.

Wechselweizen / Sommerweizen

Die Sorte «Diavel» wird «Fiorina» ablösen. Sie zeichnet sich durch bessere Resistenzeigenschaften, besonders Gelbrost aus. «Diavel» hat ein hohes Ertragspotenzial. Sie kann sowohl im Herbst als auch im Frühjahr angebaut werden. Frühjahrsaussaaten erzielen in der Regel höhere Proteinwerte.

Futterweizen

Beim Futterweizen ist «Ludwig» nach wie vor die Hauptsorte, ein Zweitklassweizen mit ausgeglichenen Eigenschaften. Die Sorte «Bernstein» ist bezüglich Rostpilzen etwas besser als «Ludwig». «Poncione» empfiehlt sich für Standorte mit einem hohen Stickstoffangebot und guten Lagen. Wegen ihrem hohen Ertragspotenzial ist sie bei der Schweizerischen Branchenorganisation Swissgranum in die Klasse «Futterweizen» eingeteilt.

Weitere Informationen
Biofuttergetreide (Rubrik Markt)

Dinkel

Gesucht sind vor allem die Urdinkel «Oberkulmer» und «Ostro», welche von der IG Dinkel vermarktet werden. «Ostro» ist die etwas modernere Sorte mit einem höheren Ertragspotenzial und etwas besserer Standfestigkeit. «Ostro» hat immer wieder grosse Probleme mit Gelbrost. Aus der Züchtung von Peter Kunz stehen relativ neue Dinkelsorten wie «Edelweisser» und «Gletscher» mit weissen Körnern oder Aehren zur Verfügung. Diese Sorten verfügen über viel bessere Anbaueigenschaften als die Urdinkelsorten. Achtung: Viele Abnehmer nehmen nur Urdinkel-Sorten an.

Roggen

Bei Roggen gilt weiterhin das Hybridverbot. Es werden nur die beiden Populationssorten «Recrut» und «Matador» vermehrt. Allgemein ist die Lagerung und Auswuchsgefahr bei Roggen gross. Der Markt verlangt momentan nur noch wenig Roggen.

Emmer

Vom Emmer der Schweizer Landsorte Typ Züblin steht nur eine Selektion von Sativa mit dem Namen «Lux» zur Verfügung. Dies ist der begrannte weisse Emmer. Seit einem Jahr gibt es «Sephora», ein winterharter Emmer mit verbesserten Resistenzen aus der Züchtung Peter Kunz.

Gerste

Bei der Gerste gibt es die beiden Sorten von KWS, nämlich «Higgins» und «Orbit». Beides sind sechszeilige Sorten mit hohem Ertragspotenzial und guten Resistenzen, ausser bei Netzflecken. Die sechszeiligen Sorten sind im Allgemeinen ertragreicher als die zweizeiligen, haben dafür aber ein tieferes Hektolitergewicht.

Als Mischungspartner eignen sich die sechszeiligen Sorten nur für hochwachsende, starke Eiweisserbsen. Die zweizeiligen Sorten eignen sich sonst besser für Mischkulturen mit Wintererbsen. Bei den Sommergersten ist die Sorte «Quench» auch für höhere Lagen und als Braugerste beliebt.

Hafer

Für Speisezwecke mit hohem Hektolitergewicht wird vor allem Winterhafer angebaut. Es wird nur noch die Sorte «Eagle» vermehrt.

Triticale

In Bioqualität steht neu «Balino». Sie hat bessere Resistenzeigenschafen als «Larossa».

Hinweise für Umstellbetriebe

Für Umstellbetriebe sind die Absatzmöglichkeiten für Umstellgetreide beschränkt. Weitere aktuelle Hinweise befinden sich unter:
Vermarktung und Umstellung (Rubrik Markt)

Hansueli Dierauer, FiBL

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 14.09.2020

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