Biosoja: Versuchsberichte Wie winterbeständig sind Wintereiweisserbsen? 

Anbau von Biolupinen

In der Schweiz wurden 2015 nur auf 50 Hektaren Lupinen angebaut, davon ein paar wenige Hektaren biologisch, nachdem es 2000-2003 eine starke Zunahme gegeben hatte. Die Zunahme wurde jedoch durch die Krankheit Anthraknose, die bei der Weissen Lupine* zum totalen Ertragsausfall führen kann, abrupt beendet. Bezüglich Standortansprüchen und Ertrag wäre die Weisse Lupine* sonst für die Schweiz durchaus eine interessante Eiweisspflanze mit vielen ökologischen Vorteilen und einer breiten Palette an Verwendungsmöglichkeiten.

Von der Blauen Lupine* gibt es indessen bereits anbaufähige Sorten mit relativ guter Toleranz gegen die Krankheit. Sie bringt im Bioanbau Erträge von 30 bis 35 dt pro Hektare und hat kein grosses Unkrautverdrängungsvermögen.

Lupinen in Mischkultur mit Getreide

Wegen der geringen Konkurrenzfähigkeit gegenüber Unkräutern sind «saubere» Parzellen wichtig. Striegeln im April/Mai und in Mischkultur mit Getreide, am besten Hafer, wirken der Verunkrautung entgegen. Allerdings kann Hafer schon bei Saatstärken von 20 Prozent der normalen Aussaatmenge (entspricht dem Mindestanteil für Einzelkulturbeiträge) den Lupinenanteil im Erntegut auf unter 30 Prozent drücken. In der Westschweiz wurden in Mischungen mit Hafer durchschnittlich 40 Dezitonnen pro Hektare geerntet, jeweils 20 Dezitonnen und 20 Dezitonnen Hafer. Mit Sommerweizen oder Triticale hat man sicher 30 Prozent Lupinen in der Erntemischung, allerdings bei schlechterer Unkrautunterdrückung, tieferem Gesamtertrag (im Mittel nur 25 Dezitonnen pro Hektare) und oft tiefem Getreideanteil. Dennoch brachte die Mischung mit Triticale regelmässig die höchsten Deckungsbeiträge, nämlich 4000 bis 4500 Franken pro Hektare (inklusive Flächenbeiträge).

Zur Vermeidung von Hülsenplatzen sollte frühzeitig geerntet werden. In manchen Kantonen werden Landschaftsqualitäts-Beiträge für Lupinen bezahlt. Vor der Aussaat muss die Übernahme mit einer Futtermühle geklärt werden, denn die Sammelstellen nehmen noch keine Lupinen an.

Züchtungsprojekt des FiBL

Das FiBL hat 2014 ein Projekt zur Züchtung von Weisser Lupine* auf Anthraknosetoleranz begonnen und testet Weisse und Blaue Lupine* mit verschiedenen Mischungspartnern, Saatdichten und Sorten, einerseits in Streifenversuchen auf Praxisbetrieben in der Westschweiz, andererseits in einem Kleinparzellenversuch auf dem Praxisbetrieb von Daniel Böhler, Mellikon AG. 

 

* Blaue Lupine - Weisse Lupine?

Es handelt sich um zwei verschiedene Pflanzenarten:
Blaue Lupine:

  • andere Bezeichnung: schmalblättrige Lupine
  • lateinisch: Lupinus angustifolius
  • Es gibt einige blaublühende, aber mehr weissblühende Sorten.

Weisse Lupine:

  • Lateinisch: Lupinus albus
  • Es gibt viele weissblühende oder blasslila blühende Sorten und einige dunkellila oder rosa blühende

Christine Arncken, FiBL


Weiterführende Informationen:

Merbklatt Biolupinen (im FiBL-Shop)

Mischkulturen (Unterrubrik zu Körnerleguminosen)

Blaue Lupinen gediehen 2016 trotz schwieriger Witterung passabel (Meldung vom 23.12.2016)

Preis Biolupinen (Preise Biofuttergetreide, Rubrik Markt)

Grünes Licht für die Blaue Lupine (188.5 KB) (Schweizer Bauer, 16.01.2016)

Eine Alternative zu Soja (Artikel mit Film, Webseite Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2015)

Lupinenanbau bekommt Aufwind (208.4 KB) (Zeitschrift Bioaktuell 9|2012)

Entwicklung eines praxistauglichen Mischkulturanbausystems für Lupinen im Biologischen Landbau der Schweiz
Zwischenbericht November / Dezember 2016 (480.2 KB)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 25.02.2019

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