Der Obstgarten als Permakultur - eine Utopie? 

Entwicklung einer ertragssicheren Bioaprikosenproduktion

Bioaprikosen sind gefragt. Die Produktion ist aber schwierig. FiBL und Agroscope wollen mit neuen Sorten, verbessertem Pflanzenschutz und geschütztem Anbau der Bioaprikosenproduktion in der Schweiz zum Durchbruch verhelfen.

Das Angebot mit Schweizer Bioaprikosen kann die Marktnachfrage bei weitem nicht befriedigen. Der Hauptanbau von Bioaprikosen beschränkt sich bislang auf wenige Betriebe im Wallis, welche aufgrund ungenügender Regulierungsmöglichkeiten gegenüber den wichtigsten Krankheiten Monilia und Pseudomonas starken Ertragsschwankungen ausgesetzt sind. Seit 2016 sind FiBL und Agroscope daran, mittels verschiedener Forschungs- und Beratungsaktivitäten einen ertragssicheren und wirtschaftlichen Bioaprikosenanbau zu entwickeln.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen vier mögliche Lösungsansätze zur Regulierung der Krankheiten und Erzielung einer ausreichenden Rentabilität:

1. Robuste Sorten

Sortenprüfung

Die Anfälligkeit von mehr als 70 Aprikosensorten und Züchtungen gegen die Pilzkrankheit Monilia und die bakterielle Krankheit Pseudomonas wird in verschiedenen Anbaugebiete in der Schweiz und in Frankreich über mehrere Jahre getestet. Bei gewissen Sortenprüfungen wird durch Überkronenbewässerung und Aushängen von Fruchtmumien in die Bäume der Krankheitsdruck gefördert. Die Erkenntnisse aus diesen Sortenprüfungen sind zusammengefasst in der

Sortenliste Aprikosen (für den Bioanbau geeignete Sorten, FiBL-Shop)

Züchtung neuer Sorten

Bei der Sortenzüchtung von Agroscope spielt neben der Marktfähigkeit immer mehr die Robustheit gegen Pseudomonas und Monilia eine zentrale Rolle. In diesem Sommer konnte Agroscope aus ihrem Züchtungsprogramm die zwei neuen Sorten Mia und Lisa vorstellen, welche eine hohe Robustheit gegen die Bakteriose (Pseudomonas) und Monilia aufweisen.

Der Selektionsprozess für eine neue Sorte, welcher mit herkömmlichen Züchtungsmethoden mindestens 15-20 Jahren dauert, kann mit neuen Methoden stark verkürzt werden. Im Rahmen des Projektes wird anhand zahlreicher Kreuzungen zwischen einer anfälligen Sorte (Bergeron) und einer robusten Sorte (Bakour) untersucht, welche Gene für die Robustheit verantwortlich sind. Darauf resultierend kann mit einer DNA-Analyse auf einfache und schnelle Art ermittelt werden, mit welchen Kreuzungen sich aufgrund der genetisch manifestierten Robustheit eine weitergehende Prüfung lohnt.

2. Krankheitsregulierung

Zur Regulierung der Blütenmonilia wurden in den letzten beiden Jahren zahlreiche Feld- und Laborversuche durchgeführt. Die gewählten Verfahren basieren auf den bisherigen Erfahrungen bei der Regulierung von Monilia bei Kirschen.

Geprüft wurden die beiden Kaliumbicarbonatpräparate Vitisan und Armicarb in Kombination mit Kupfer und Schwefel sowie das Schwefelkalkprodukt Curatio. Die Feldversuche zeigten, dass die Verfahren bei einem stärkeren Befallsdruck auch bei guter Abdeckung der Infektionsperiode während der Vorblüte bis Blühende mit intensiven Behandlungsintervallen von zwei bis drei Tagen nicht ausreichten, um die Krankheit entscheidend zu reduzieren. Die Befallsunterschiede zwischen den Sorten waren grösser als zwischen den geprüften Pflanzenschutzverfahren.

3. Geschützter Anbau

Aus der Erkenntnis, dass mit direktem Pflanzenschutz weder Monilia noch Pseudomonas mit biokompatiblen Wirkstoffen ausreichend reguliert werden können, wurde 2018 am FiBL in Frick ein Versuch gestartet mit der Prüfung von Sorten, die gegenüber den beiden Krankheiten robust sind. Diese Sorten werden in drei bezüglich Investitionskosten stark unterschiedlichen Produktionsumfeldern getestet:

  1. Freiland ohne Überdachung
  2. Saisonaler Witterungsschutz
  3. Ganzjahres-Witterungsschutz

4. Hochveredelung

Zusätzlich soll abgeklärt werden, wie weit die Pseudomonas-Krankheit reduziert werden kann durch eine Hochveredelung im Vergleich zu normal veredelten Pflanzen sowie durch eine Zwischenveredelung mit der gegenüber Pseudomonas-resistenten Sorte Reineclaude. Nebst der Sorten- und Unterlageneignung wird auch die Rentabilität der verschiedenen Systeme abgeklärt.

Weiterführende Informationen

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 16.04.2019

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