Film: Jätende Kühe (Rubrik Grünland) 

Steht uns ein Blähungsherbst bevor?

Endlich können die Kühe und Rinder nach der extremen Trockenheit und Hitze des Sommers 2018 wieder weiden! Aber: tauchen da nicht schon neue dunkle Wolken am Horizont auf? Nach den Niederschlägen der letzten Tage kann das Gras auf einen mit Nährstoffen angereicherten Boden zurückgreifen. Dies wird sein Wachstum beschleunigen, was wie so oft im Spätsommer/Herbst die Angst vor geblähten Tieren weckt.

Blähungen werden durch die Kombination von jungem, strukturarmem Futter, blähungsanfälligen Tieren und wüchsigen Witterungsverhältnissen begünstigt. Grundsätzlich sollten Weiden mit einem jungen Pflanzenbestand mit mehr als 30 % Klee aufgrund des hohen Eiweissgehaltes nicht geweidet, sondern gemäht und konserviert werden. Daraus kann gutes Winterfutter gewonnen werden! Werden die Kühe und Rinder trotz des hohen Blähungsrisikos geweidet, sollten sie nicht hungrig auf die Weide geschickt werden. Vor dem Weidegang sollte ihnen Heu oder allenfalls Maissilage angeboten werden. Bei den knappen Futtervorräten dürfte diese Empfehlung dieses Jahr für einige Betriebe schwierig umzusetzen sein. Die Verfütterung von blähungsmildernden, tanninhaltigen Pflanzen wie Esparsette kann die Situation entschärfen (Anbieter siehe www.esparsette.ch). Zu beachten ist auch, dass das Gras nicht nass (Morgentau) oder gefroren ist (gilt auch für das Eingrasen). Und natürlich das Viehsalz nicht vergessen! Die erhöhte Wasseraufnahme nach dem Salzkonsum verdünnt den Panseninhalt und verlangsamt dadurch die Fermentation.

Bei akuten Blähungen kann die Kuh mit dem Kopf nach oben an eine Böschung gestellt und ihr mit einem Schlundrohr Oliven- oder ein anderes Speiseöl eingeschüttet werden. Ein ins Maul gebundenes Seil oder ein Holzast erhöht den Speichelfluss und reduziert die Schaumbildung im Pansen. Nur im Notfall, und dann am besten durch die Tierärztin oder den Tierarzt, kann ein Trokar zum Einsatz kommen oder ein Pansenschnitt durchgeführt werden.

Text: Christophe Notz, FiBL

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 30.08.2018

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