Projekt: Alternativen zum Pflug Beiträge und Regeln für die reduzierte Bodenbearbeitung 

Welche Bodenbearbeitung ist klimafreundlicher?

Dank neuer Versuchsresultate weiss man, dass ein Humusaufbau durch reduzierte Bodenbearbeitung oder Direktsaatsysteme im Schnitt unter konventionellen Bedingungen gering ist. Der Humus wird hauptsächlich umverteilt und reichert sich im Oberboden an, wo er sich positiv auf die Struktur auswirkt und vor Erosion schützt. Auf einem schweren Boden im Langzeitversuch am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick wurde aber unter Biobedingungen tatsächlich eine Humusanreicherung im reduzierten System im Vergleich zum Pflug über einen Zeitraum von zehn Jahren gemessen.

Parallel zum Humus sind Mikroorganismen in reduzierten Systemen im Oberboden zahlreicher vorhanden. Dies kann die Lachgasemissionen beeinflussen, welche bei der mikrobiellen Umsetzung von Stickstoff im Boden gebildet werden. Aber auch hier waren die Unterschiede zwischen den Bodenbearbeitungsvarianten unter konventionellen Bedingungen im Schnitt und auf lange Zeit hin gesehen gering. Das wurde im Fricker Versuch in der Jahresbilanz zweier Kulturen (Kunstwiese, Weizen) auch unter Biobedingungen bestätigt. In den aktuellen Messungen fiel auf, dass der Lachgasausstoss und Humusabbau nach einem Bearbeitungsdurchgang im reduzierten im Vergleich zum Pflugverfahren leicht höher war. An sich logisch: mehr Mikroorganismen setzen auch mehr um. Hinsichtlich der Klimawirkung ist es daher entscheidend, die Anzahl der Bearbeitungsdurchgänge so gering wie möglich zu halten und noch wichtiger ausschliesslich bei günstigen Bodenverhältnissen zu bearbeiten. Das deckt sich auch mit anderen Bodenschutzanliegen. MK

Weitere Informationen zur Bodenbearbeitung (Rubrik Ackerbau)

Weitere Informationen zum Klimaschutz (Rubrik Nachhaltigkeit)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 24.09.2015

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