Agrarpolitik: Ein Systemwechsel ist nötig

(28.06.2011) 

Ende Juni ist Vernehmlassungsfrist für die Agrapolitik 2014–2017. Bio Suisse bekräftigt nochmals ihre Haltung zum Vorschlag des Bundesrates: Mensch und Umwelt würden vom Systemwechsel hin zu mehr Leistungsorientierung profitieren. Ein klares Bekenntnis  zum Biolandbau indes fehlt.

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) legt mit der Agrarpolitik (AP) 2014–2017 eine fundierte Analyse des Ist- Zustandes und der Entwicklungen vor. Bio Suisse stützt die Analyse und begrüsst den vorgeschlagenen Systemwechsel. Einerseits ermöglicht es der Systemwechsel dem Staat, gezielter jene Leistungen zu fördern, die von der Gesellschaft erwünscht sind. Andererseits kann der Landwirt sich diejenigen Leistungen aussuchen, die er auf seinem Betrieb besonders gut erbringen kann. Und er wird dafür bezahlt. Auf diese Weise gewinnen beide: sowohl der Mensch als auch die Umwelt. In der Schweizer Landwirtschaft bilden die Produktion von Lebensmitteln und die Pflege der natürlichen Lebensgrundlagen zusammen ein nachhaltiges System.

Klares Signal für den Biolandbau fehlt

Noch fehlt aber dem Vorschlag ein klares Signal für den Biolandbau. Der stetig wachsende Biomarkt ruft nach mehr Betrieben für die Bioproduktion. Kostbare Marktanteile dürfen nicht ans Ausland verloren gehen, sondern müssen mit heimischer Produktion gewonnen werden können. Bio Suisse selbst hat 2009 eine breite Bio-Offensive gestartet. Zusätzliche Schubkraft durch den Bund ist nötig und lässt sich mit einer gezielten Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Biolandbau erreichen. Der Bund soll die Bioflächenbeiträge ab 2014 verdoppeln und sein Engagement in Forschung und Beratung für den Biolandbau verstärken. So ist etwa eine angepasste Pflanzen- und Tierzüchtung für nachhaltige Produktionssysteme nötig. Dass eine Agrarpolitik in Richtung Bio erfolgreich ist,  zeigen die Nachbarländer der Schweiz. Seit 2004 werden etwa in Österreich oder Italien systematisch Aktionspläne angewendet, um verschiedene Strategien und Massnahmen für die Biolandwirtschaft zu kombinieren.

Mittelverteilung stärker leistungsbezogen ausrichten

Auch bei der Mittelverteilung soll der Bund nachbessern: So sind rund zwei Milliarden Franken, die er jährlich für Direktzahlungen verwenden will, wenig bis gar nicht leistungsbezogen ausgerichtet. Bio Suisse fordert deshalb, dass der Bund die vorgesehenen Mittel für die Versorgungssicherheits- und die Anpassungsbeiträge wesentlich kürzt. Im Gegenzug soll er zum Beispiel die Leistungen der Landwirtschaft für die Biodiversität, die Ressourceneffizienz, oder die Kulturlandschaft noch stärker honorieren.

Agrarallianz mit gleicher Stossrichtung

Die Agrarallianz, bei der auch Bio Suisse mitmacht, hat heute mit einer Medienmitteilung ebenfalls ihre Stossrichtung bekräftigt.
Medienmitteilung Agrarallianz

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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