Bio Suisse erneuert den Vorstand

(19.04.2012) 

Die Delegierten der Vereinigung Schweizer Biolandbau-Organisationen haben in Olten den Vorstand erneuert. Drei Neumitglieder ergänzen das siebenköpfige Vorstandsgremium. Präsident Urs Brändli und drei wiederkandidierende Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt. Die Richtlinien von Bio Suisse wurden nach einer Gesamtrevision in übersichtlicher und anwenderfreundlicher Form verabschiedet. Für den Handel mit Knospe-Produkten in der Schweiz gilt ein neuer Verhaltenskodex.

An der Frühlings-Delegiertenversammlung standen für Bio Suisse eine Gesamterneuerungswahl des Vorstands an: Neu ins Vorstandsteam gewählt wurden: Monika Rytz (48), Olsberg AG, Josef Stutz (54), Schongau LU, und Milo Stoecklin (39), Séprais JU. Biobauer Urs Brändli (49) aus Goldingen SG, seit einem Jahr im Amt, freut sich auf das weitere Engagement für den Verband zusammen mit den drei Mitgliedern, die sich zur Wiederwahl zur Verfügung stellten. Es sind dies der Geschäftsführer von Demeter, Christian Butscher (56), Liestal BL, die Biobäuerin und Juristin Claudia Lazzarini (47), Le Prese GR, und die Biobäuerin Danielle Rouiller (42), Cernier NE. „Realistisch, pragmatisch sowie weiterhin beharrlich und überzeugt wollen wir auf dem Weg weitergehen, den die Pioniere vor über drei Jahrzehnten für uns zu ebnen begannen“, sagte Urs Brändli.  Der Vorstand ist für eine Amtsperiode von vier Jahren gewählt.

Richtlinienreform und Verhaltenskodex

Im Herbst 2011hatten sich die Delegierten für eine Richtlinienreform entschieden. Jetzt stimmten sie dem übersichtlicher ausgestalteten Regelwerk zu und befürworteten gleichzeitig damit die Statutenänderung mit einer effizienteren, stärkeren Einbindung der Bio Suisse Fachgremien sowie kürzeren Entscheidungsverfahren. Sie verabschiedeten ausserdem einen Verhaltenskodex, der gemeinsam mit Vertretern aus Verarbeitung und Handel erarbeitet worden war. Dieser beinhaltet breit abgestützte Prinzipien für faire Handelsbeziehungen in der Knospe-Wertschöpfungskette vom Feld bis auf den Teller. Als gemeinsame Grundlage soll der neue Verhaltenskodex künftig der Verbesserung von Handelsbeziehungen zwischen Schweizer Produzenten, Verarbeitenden und Händlern bis hin zu den Konsumenten dienen.

«Bio wird von Agrarreform profitieren»

Dominique Kohli, Vizedirektor des Bundesamtes für Landwirtschaft, referierte als Gast über die Agrarpolitik 2014 - 2017, mit welcher der Bundesrat die Direktzahlungen künftig genauer auf die gemeinwirtschaftlichen Leistungen ausrichten will. Offenhaltung der Kulturlandschaft, Versorgungssicherheit, Förderung der Biodiversität und der Landschaftsqualität sowie Förderung besonders naturnaher, umwelt- und tierfreundlicher Produktionssysteme - wie Bio eines darstellt - sind wesentliche Leistungselemente. Die Weiterentwicklung der Agrarpolitik fördere damit das Unternehmertum in der Landwirtschaft – auch bezüglich der nicht-marktfähigen Leistungen der Schweizer Landwirtschaft, betonte Kohli. „Biologisch wirtschaftende Betriebe erbringen zudem schon heute typischerweise mehr gemeinwirtschaftliche Leistungen als der Durchschnitt und werden deshalb von dieser Reform profitieren“, hielt er gegenüber den Bio Suisse Delegierten fest. Interessant für Biobetriebe seien dabei insbesondere die beiden neu geplanten Beiträge zur Förderung einer graslandbasierten Milch- und Fleischproduktion sowie der Landschaftsqualität.

Kurzporträts der neugewählten Vorstandsmitglieder

Monika Rytz-Stemplinger
Jahrgang 1964, Olsberg AG, verheiratet, zwei Kinder
Ausbildungs-, Berufs- und Lebensweg:

  • Ausbildung zur Gärtnerin mit Abschluss Meisterprüfungen in Stuttgart-Hohenheim D 1993
  • Führungsverantwortung in div. Gärtnereibetrieben
  • Pachtantritt auf Knospe-Landwirtschaftsbetrieb Stift Olsberg 1999
  • Mitglied Bio Suisse Markenkommission Anbau
  • Präsidentin Frauenverein Olsberg und Revisorin Swiss Shep Dog Society, Regionalgruppe Nordwest


Josef Stutz-Widmer

Jahrgang 1958, Schongau LU, verheiratet, drei Kinder
Ausbildungs-, Berufs- und Lebensweg:

  • Ausbildung zum Landwirt
  • Maurerlehre mit Weiterbildung Polier und Bauführer
  • Ehem. Biokontrolleur
  • Leitung Knospe-Bauernbetrieb Hasenberg mit selbständigem Nebenerwerb als Planer und Bauleiter von tierfreundlichen Stallbauten
  • Präsident Samariterverein Schongau und Revisor Bio Luzern


Milo Stoecklin

Jahrgang 1973, Séprais JU, verheiratet, zwei Kinder
Ausbildungs-, Berufs- und Lebensweg:

  • Ausbildung zum Landwirt
  • Berufsmatur und Ausbildung zum Agrokaufmann
  • Bioberater seit 2005
  • Knospe-Bauer seit 2011
  • Beratungstätigkeit im Biolandbau für die Fondation Rurale Interjurassienne und Vorstand Marché Bio Saigneléger

Weitere Informationen:

Delegiertenversammlung Frühling 2012 (Webseite Bio Suisse)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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