Bio Suisse: Regelwerk anpassen und Biopflanzenzucht stärken

(31.07.2013) 

Bio Suisse wird auf den 1. Januar 2014 ihr Regelwerk in mehreren Punkten anpassen. Der Vorstand schickte am 16. Juli 2013 die entsprechenden Weisungen in die Inkraftsetzung. Zudem liess er sich über die Zulassung von verarbeiteten Produkten ins Bild setzen. Weiter lässt er eine Absichtserklärung zur Stärkung der ökologischen Pflanzenzucht unterzeichnen.

Bio Suisse Regelwerk soll auf Anfang 2014 angepasst werden

Der Vorstand von Bio Suisse hat die von den Markenkommissionen ausgearbeiteten Änderungen aus den Bereichen „Pflanzenbau und Tierhaltung“, „Verarbeitung und Handel“ sowie „Import“ verabschiedet. Die Mitgliedorganisationen werden die geplanten Änderungen Anfang August zugestellt erhalten. Falls bis am 10. Oktober 2013 nicht mindestens drei Mitgliedorganisationen Einsprache erheben, treten die Änderungen auf den 1. Januar 2014 in Kraft. Rege diskutiert wurde im Vorstand die Beschränkung auf zwei Stalleinheiten für Betriebe mit Legehennen. Der Vorstand will mit dieser Begrenzung die bäuerlichen Familienbetriebe und den gesamtheitlichen Ansatz des Biolandbaus stärken. Zudem sollen die vorgeschlagenen Änderungen insgesamt den Hühnern mehr Tierwohl und den Produzenten mehr Flexibilität im Weidemanagement bringen.

Hofdüngerabgabe an Nichtbiobetrieb bleibt verboten

Hofdüngerabgabe oder -annahme ist ein auf Biobetrieben häufig diskutiertes Thema. Bereits auf Anfang dieses Jahres hat Bio Suisse verschiedene Änderungen des Regelwerks dazu in Kraft gesetzt. Immer wieder gibt es Knospe-Betriebe, die ihren Hofdünger auch an Nichtbiobetriebe abgeben möchten. Entsprechend hat sich der Vorstand von Bio Suisse an seiner Sitzung im Juli erneut mit dem Thema befasst. Er entschied, dass Knospe-Betriebe weiterhin keine Hofdüngern an Nichtbiobetriebe abgeben dürfen. Der Vorstand will damit verhindern, dass Biobetriebe ihre Tierbestände übermässig aufstocken und dann die zusätzlichen Nährstoffe an Nichtbiobetriebe „entsorgen“. Weiter sprach sich der Vorstand dafür aus, dass die maximalen Transportdistanzen für Dünger unverändert bleiben. Der Einsatz biologischer Handelsdünger soll kritisch überprüft werden.

Bio Suisse prüft sämtliche Rezepturen und Verpackungen

Die Bio Suisse Richtlinien regeln bekanntlich nicht nur den Pflanzenbau oder die Tierhaltung, sondern geben auch einiges zur Verarbeitung der Produkte und deren Verpackung vor. Ob diesbezüglich ein Produkt den Richtlinien entspricht, das beurteilt die Abteilung Verarbeitung und Handel der Bio Suisse Geschäftsstelle. Der Vorstand liess sich an seiner letzten Sitzung über Details und Neuigkeiten aus diesem Bereich informieren. Jährlich gehen bei der von der Lebensmittelingenieurin Sabine Würth geleiteten Abteilung 1500 bis 1800 Gesuche für Produkte oder Rezeptänderungen ein. Dabei prüft die Abteilung bei sämtlichen Gesuchen, ob die Rohstoffqualität den Vorgaben von Bio Suisse entspricht, ob die Lieferanten von Bio Suisse anerkannt sind, ob Rezeptur und Verfahren Richtlinien konform sind und ob das Verpackungsmaterial und die Verpackungsgestaltung den Vorgaben von Bio Suisse entsprechen. Der Vorstand nahm zur Kenntnis, dass in den letzten Jahren sowohl die Komplexität der Gesuche zugenommen hat als auch die Erwartungen der Lizenznehmer auf schnelle und unmittelbare Antworten gestiegen sind.

Reglement zum Knospe-Schlachtviehmarkt verabschiedet

Im Jahr 2012 übernahm Bio Suisse von ihrer Tochterfirma Bio Pool AG die Aufgabe, im Bioschlachtviehmarkt für Transparenz zu sorgen. Unter anderem legt sie mit der Branche die Richtpreise fest, stellt Knospe-Vignetten zur Verfügung und erhebt Daten zum Einstallen und Schlachten von Biotieren. Diese Dienstleistungen werden über Gebühren finanziert, die bei Händlern und Schlachtbetrieben für jedes geschlachtete Tier eingezogen werden. Damit wird die unter der Bio Pool AG bestehende Regelung weitergeführt. Aus der allgemeinen Bio Suisse Kasse hingegen werden Massnahmen zur Förderung des Absatzes von Biofleisch finanziert. Der Vorstand hat das diesbezügliche Reglement „zu den zweckgebundenen Mitteln für die Förderung der Transparenz und Vermarktung im Knospe-Schlachttiermarkt“ verabschiedet.

Biopflanzenzucht: Absichtserklärung von Bio Suisse

Bio Suisse will die ökologische Pflanzenzüchtung weiter fördern. In diesem Zusammenhang hat der Vorstand grünes Licht für eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem Verein bioverità gegeben. Bioverità soll den aktuellen Stand der Pflanzenzüchtung erheben und in einem Konzept die Prioritätenliste der zu unterstützenden Züchtungsprojekte für die nächsten 15 Jahre erstellen. Das Konzept soll zudem die Grundlage für die künftigen Zulassungsentscheide von Saatgut im biologischen Landbau bilden.


Weitere Informationen des Bio Suisse Vorstands

Vorstandsinfos (Webseite Bio Suisse)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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