Biokälber auf dem Geburtsbetrieb abtränken

Rund ein Viertel der bei Nutztieren eingesetzten Antibiotika werden Kälbern verabreicht. Dem können Landwirtinnen und Landwirte entgegenwirken, indem sie ihre Kälber zwölf Wochen auf dem Betrieb behalten.

(14.02.2019) Der grösste Teil der Biokälber wird aktuell als Tränker bis 75 Kilogramm Lebendgewicht in den konventionellen Kanal zur Mast verkauft. Zu diesem Zeitpunkt ist ein Kalb nur mit einer sehr schwachen Immunität ausgestattet. Die passive Immunität, erworben durch das Kolostrum der Mutter, hat dann bereits stark abgenommen. Die aktive eigene Immunität befindet sich aber noch im Aufbau. Der Transport sowie die Zusammenführung mit anderen Kälbern auf einem neuen Betrieb stellen zusätzliche Risiken für die Gesundheit der Kälber dar.
Das Abtränken auf dem Geburtsbetrieb während zwölf Wochen verhindert den Handel der Tränker während des sogenannten «Immunlochs» und fördert die Gesundheit der Jungtiere wesentlich. Ins Gewicht fallen aber auch weitere Faktoren wie etwa der Umgang mit den Kälbern, die Versorgung mit Kolostrum, mit Milch und zusätzlichen Nährstoffen sowie eine entsprechende Umwelt.

Betriebliche Herausforderungen

Das Abtränken auf dem eigenen Betrieb stellt für Bäuerinnen und Bauern nicht nur einen Gewinn, sondern auch eine Herausforderung dar. Es braucht Platz für die Kälber, die sonst schon längst im Mastbetrieb wären. Abhilfe schaffen könnte dabei beispielsweise ein Gruppeniglu. Zudem muss Arbeitszeit aufgewendet werden, um die Kälber vernünftig zu versorgen. Wer jedoch die Zusammenhänge und Auswirkungen kennt, versteht das Abtränken der Kälber auf dem Geburtsbetrieb als massgeblichen Beitrag für eine artgerechte Aufzucht. Eldrid Juliana Funck, Bio Suisse

Weiterführende Informationen

Merkblatt «Artgerechte Kälbermast und Aufzucht von Mastremonten» (FiBL-Shop)

Fütterung Milchvieh (Rubrik Tierhaltung)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

Werbung