Biokartoffeln sind gesucht

(09.03.2009) 

Der Biokartoffelmarkt kann mit der inländischen Produktion nicht zufrieden gestellt werden. Deshalb wurde bereits letztes Jahr ein Teil des Industriekartoffelanbaus nach Süddeutschland verlegt. In der Schweiz werden noch zirka 500 Hektaren Biokartoffeln angebaut, Tendenz abnehmend. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Die Biobetriebe brauchen wegen der 100 Prozent Biofütterung mehr Futterfläche
  • Im Moment gibt es praktisch keine Neuumsteller.
  • Im Kartoffelanbau findet eine Spezialisierung statt, die kostspielige Investitionen in eine moderne Mechanisierung mit sich bringt.
  • Für die Ernte braucht es einige Helfer, die ein paar Tage zur Verfügung stehen.
  • Die Produktion von Biokartoffeln ist anspruchsvoll.

Die Anforderungen an die Qualität sind sehr hoch. Mit der Erweiterung des Sortenspektrums konnte der Krautfäuledruck etwas gemildert werden. Die wirklich toleranten Sorten wie Appell oder Naturella sind aber mangels Nachfrage wieder vom Markt verschwunden. In Jahren mit hoher Luftfeuchtigkeit und langen warmen Perioden gibt es immer noch keine wirklichen Alternativen zum Kupfer.

In einem dreijährigen Projekt der SHL Zollikofen zur Qualitätssicherung der Kartoffeln wurde festgestellt, dass die Biokartoffeln nur zu 55 Prozent die Anforderungen der schweizerischen Handelsusanzen erfüllten, die konventionellen Kartoffeln hingegen zu 80 Prozent. Hauptprobleme sind wie erwähnt Phythophtora, dann Rhizoctonia, Dry core und Drahtwürmer.

Zur Qualitätsverbesserung wird empfohlen, keinen Frischmist einzusetzen und statt dreijähriger Kunstwiesen nur noch Einjährige anzubauen. Kann mit solchen Massnahmen die Qualität von Biokartoffeln verbessert werden? Seit Jahren werden auch von der Forschung grosse Anstrengungen unternommen die Qualität der Biokartoffeln zu verbessern. Die neuesten Ergebnisse und mögliche Wege zur Qualitätsverbesserung werden an der diesjährigen Biokartoffeltagung vorgestellt.

Biokartoffeltagung 17. März 2009 in Frick


Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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