Biomilchnachfrage steigend – und die Produktion?

(10.03.2008) 

Die Bio Milchverwertung hat 2007 um 3,8 Prozent zugenommen und erreicht knapp 150’000 Tonnen. Die Bioverwertung ist doppelt so stark wie der Gesamtmarkt gewachsen. Zugelegt hat vor allem die Verwertung zu Käse. Dazu beigetragen haben auch Käsereien aus dem Berggebiet mit vielfältigen Bio-Spezialitäten. In der Käseverwertung ist Zug drin - eine Chance auch für Bio-Spezialitäten aus dem Berggebiet, mit einzigartigen Produkten eine Nische zu besetzen.

Die positiven Signale von der Verwertungsseite kommen gleichzeitig mit der Verschärfung der Fütterungsrichtlinie. Die erlaubten konventionellen Futterkomponenten für Wiederkäuer wurden auf Anfang 2008 weiter eingeschränkt. Diese auf den ersten Blick kleine Änderung der Bioverordnung führt vor allem in den Bergregionen zu Engpässen in der bedarfsgerechten Fütterung der Milchkühe.

Angesichts steigender Preise für die konventionelle Milch, schielt nun manch ein Biobauer auf die Entwicklung des konventionellen Milchmarkts und fragt sich, ob sich ein Aussteigen aus Bioproduktion allenfalls lohnen würde. Zusammen mit einzelnen Mitgliedorganisationen setzt sich Bio Suisse für eine praxisgerechte Umsetzung der neuen Fütterungsvorschrift ein. Ziel ist, dass sich möglichst wenige Betriebe von der Bioproduktion verabschieden.

Falls in den Berggebieten ganze Käsereigenossenschaften auf konventionelle Produktion wechseln, würde die Biomilchmenge knapp. Ist der Preisunterschied zwischen Bio und konventioneller Milch zu klein? Die Verarbeiter sind gefordert, mit guten Preisen ihre Produzenten zu halten. Angesichts des international boomenden Biomarktes wäre es fatal, wenn den Käsereien die Produzenten davonlaufen.

Rolf Lösch
Produktmanager Milch und Eier
Bio Suisse

Weitere Informationen:

Wiederkäuerfütterung
Bioregelwerk 2008
Merkblatt Fütterungsrichtlinien 2008 (im FiBL-Shop)

 

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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