David Vulliemin – der neue Bioobst- und Biobeerenberater für die Westschweiz

(20.10.2014) 

Seit einigen Wochen ist David Vulliemin neuer Bioberater für Obst- und Beerenanbau in der Westschweiz. Der Nachfolger von Jean-Luc Tschabold hat seinen Sitz in Lausanne. Die grösste Herausfoderung sieht der 35-jährige Bauernsohn aus Pomy VD in der weiteren Verbreitung des anspruchsvollen Steinobstanbaus und Beeren in seiner Heimat, wie er im Gespräch mit bioaktuell.ch sagt.

David, erzähle uns etwas von Deiner Herkunft und Deiner Ausbildung.
Ich bin auf einem vielseitigen Milchwirtschafts-, Ackerbau- und Spezialkulturenbetrieb mit rund 40 Hektaren in Pomy aufgewachsen. Das Gebiet nennt man auch Nord vaudois oder etwas positiver Sud du lac de Neuchâtel. Der Betrieb wird heute von meinem Bruder und Vater geführt, seit diesem Jahr in Umstellung auf biologische Landwirtschaft.

Das ist schon Dein erster Beratungserfolg…
Ich und mein Bruder, der wie ich die HAFL in Zollikofen absolviert hat, haben schon seit 2012 intensiv über eine Umstellung nachgedacht. Ich habe mich ausführlich informiert und fand die Thematik sehr interessant. Deshalb hat mich die Stellenanzeige des FiBL sofort angesprochen.

Und Du hast spontan zugesagt?
Nein, das wollte natürlich schon gut überlegt sein, weil meine vorherige Stelle als Obstbauberater bei der Union fruitière lémanique war ebenfalls sehr interessant. Aber die Möglichkeit, den Posten als FiBL-Berater in der Westschweiz zu übernehmen kommt wohl nicht oft, deshalb habe ich mich beworben und bin sehr glücklich, dass ich die Stelle erhalten habe.

Kannst Du kurz Deine Aufgaben umschreiben?
Ich bin in der Westschweiz zuständig für die Beratung mit Schwerpunkt Obst- und Beerenanbau. Zu meinen Aufgaben gehört es auch, den Anbau dieser Spezialkulturen weiterzuentwickeln. Mit Ausnahme der Äpfel gibt es bei allen Kulturen noch viel ungedecktes Nachfragepotenzial. Weil wir ein kleines Team sind übernehme ich nach Bedarf auch andere Aufgaben, so werde ich demnächst  auf verschiedenen Betrieben Interviews für das Nachhaltigkeits-Beratungsprojekt RISE des FiBL führen.

Wo siehst Du die grösste Herausforderung für die Bioobstbauern in Deinem Gebiet?
Wenn wir den Steinobst- und Beerenanbau weiter entwickeln und ausbauen wollen, müssen wir uns verschiedenen Problemen noch stärker annehmen. Dazu gehören beim Steinobst Monilia und das durch Pseudonomas verursachte Baumsterben. Dagegen müssen wir Lösungen finden. Bei den Beeren müssen wir uns neben der Krankheitsbekämpfung vermehrt um neue Kulturtechniken wie den programmierten Anbau und die Versorgung mit guten Setzlingen kümmern. Schliesslich bleibt die Züchtung von Sorten für den Biolandbau eine brennende Frage. Viele für den konventionellen Anbau gezüchtete Sorten bringen unter Biobedingungen keine befriedigenden Ergebnisse. Dies ist angesichts der unterschiedlichen Erwartungen der Produzenten eine sehr interessante Herausforderung.

Interview: Adrian Krebs, FiBL

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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