Die Biowinzer sind aufgefordert, die Branchenbeiträge zu bezahlen

(09.04.2014) 

1985 waren es nur 5 Hektaren Bioreben, bis 2013 ist diese Zahl auf 437 Hektaren angestiegen. Es gibt viel zu tun, damit dieses Wachstum bewältigt werden kann: von technischen Aspekten (biologischer und nachhaltiger Pflanzenschutz, PIWI-Sorten…) bis hin zur Verkaufsförderung. Die meisten der 239 Biowinzer haben das Knospe-Label, einige unter ihnen arbeiten nach den Demeter-Richtlinien. 2.4 Prozent des insgesamt in der Schweiz im Jahr 2012 verkauften Weins war Biowein. Der jährliche Verkaufszuwachs betrug für 2013 über 10 Prozent. Diese Zahlen umfassen sowohl den einheimischen, als auch den importierten Biowein. Aktuelle Zahlen zu den jeweiligen Anteilen dieser beiden Gruppen sind nicht verfügbar, was einige Biowinzer als problematisch erachten. Die Meinungen zur Notwendigkeit einer Einschränkung der Weinimporte mit den Mechanismen, die das Bio Suisse Label erlauben würde, gehen jedoch auseinander.

Branchenbeiträge

Die Fachkommission Biowein der Bio Suisse arbeitet an der Verkaufsförderung der Bioweine, kreiert Werbematerial und sammelt Marktdaten. Vor kurzem hat Bio Suisse ein Abkommen mit dem Branchenverband Schweizer Reben und Wein (BSRW) abgeschlossen, welches vorsieht, dass die von den Biowinzern entrichteten Branchenbeiträge (rund 25‘000 Franken, dazu kommt ein gleichgrosser Betrag des BLW) ausschliesslich zur Verkaufsförderung der Bioweine gebraucht werden. Bio Suisse wird dem BSRW daher spezifische Projekte unterbreiten, die mit diesen Fonds-Geldern durchgeführt werden können. Dies ist besonders wichtig, wenn man bedenkt, dass aktuell Trauben von Bioreben konventionell gekeltert werden, weil nicht genug Verkaufsmöglichkeiten bestehen. Da nun dieser wichtige Punkt geregelt ist, sollte nichts mehr die Knospe-Winzer daran hindern, ihre Branchenbeiträge rechtzeitig zu bezahlen.

Interessenvertretung der Produzenten

Im Hinblick auf das starke Wachstum der Biobewegung zieht Bio Suisse in Betracht, gewisse Strukturen zu vereinfachen. Die zahlreichen Fachkommissionen werden voraussichtlich auf Januar 2015 in Fachgruppen umgewandelt. Die rund 100 Personen, die am 5. März im Rahmen der Bioweinbautagung in Neuenburg versammelt waren, zum grössten Teil Biowinzer aus der ganzen Schweiz, haben über die beste Organisationsform nachgedacht. Sollen sie sich als Fachgruppe innerhalb der Bio Suisse organisieren, mit der Möglichkeit zusätzlich regionale Biorebbauringe aufzubauen? Oder wünschen sie sich eine grössere Unabhängigkeit von Bio Suisse, indem sie einen nationalen Biowinzerverband gründen? Und wie können sie bei den kantonalen und nationalen Weinbauinstanzen aktiv vertreten sein? Die Diskussionen haben gezeigt, dass die Idee des nationalen Verbands auf kein grosses Echo stösst. Es wurde die Lösung der Fachgruppe mit regionalen Rebbauringen bevorzugt. Diese Ringe könnten eine Interessengemeinschaft bilden, welche die Interessen der Biowinzer bei Bio Suisse einbringen könnte.

Kupfer und Kupfer-Alternativen

Ein Wandel ist bei der Einschätzung der eventuell negativen Auswirkungen des Kupfers auf den Boden festzustellen. So wurde zum Beispiel die Toxizität des Kupfers auf die Bodenmikroorganismen höchstwahrscheinlich überbewertet, meint Lucius Tamm vom FiBL. Doch das soll kein Grund sein, nicht nach Möglichkeiten zu suchen, den Kupfereintrag zu verringern. Daran arbeiten unter anderem sowohl das Agroscope als auch das FiBL. Es gibt zwei Handlungsachsen. Die erste ist die Zulassung neuer Kupferformulierungen, die viel geringere Kupfermengen pro Hektar erfordern. Leider haben die Hersteller dieser Produkte kaum Interesse daran, eine Zulassung für diese Produkte zu beantragen. Weiter ist nicht sicher, ob diese Formulierungen, speziell in feuchten Jahren, einen genügenden Schutz bieten. Die zweite Achse ist die Einführung völlig neuer Mittel, zum Beispiel Produkte aus Pflanzenextrakten. Solche Mittel könnten in zirka fünf Jahren auf den Markt kommen. Kurzfristig stellt sich jedoch niemand gegen die weitere Verwendung des Kupfers (auch nicht das BLW), solange keine zufriedenstellenden Alternativen existieren. Sogar im konventionellen Rebbau ist es nötig, dass Kupfer weiterhin in der Produktepallette bleibt, als Alternative zu allfälligen Resistenzbildungen gegen die klassischen Bekämpfungsmittel. Maurice Clerc, FiBL

Weiterführende Informationen

Weinbau (Rubrik Pflanzenbau)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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