DV Bio Suisse: Sichere Versorgung, Qualität - und Preisverleihung

(14.11.2013) 

Vor dem Hintergrund der drei landwirtschaftlichen Initiativprojekte standen für die rund 100 Delegierten von Bio Suisse die politischen Themen im Vordergrund. In den Diskussionen um die Versorgungssicherheit zeigte sich, dass die Qualität eine wichtige Rolle spielt. Vorstandsmitglied Josef Stutz gab seinen Rücktritt aus dem Vorstand bekannt. Der mit zehntausend Franken dotierte Förderpreis «Grand Prix Bio Suisse» geht an die Vereinigung «les chemins du bio» für ihr qualitativ herausragendes Gemeinschaftsprojekt in der Region Jura.

Die Delegierten von Bio Suisse starteten mit einem politischen Grusswort von Markus Ritter. Der Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes SBV und Nationalrat sprach im Rahmen des Initiativprojektes seines Verbandes über die globale Herausforderung der Ernährungssicherheit. «Der Erhalt des Kulturlandes, Forschung und Bildung in der Landwirtschaft, eigenes Saatgut, Qualitätsproduktion sowie wirtschaftliche Perspektiven für unsere Bauernfamilien sind einige der zentralen Themen, die mit dieser Initiative diskutiert werden sollen», hielt Ritter fest.

Am Nachmittag setzten sich die Delegierten mit einer Resolution des Vorstandes auseinander. Diese befürwortet insbesondere die Initiativeziele des SBV in den Punkten einer starken Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln aus nachhaltiger inländischer Produktion sowie wirksamer Bundesmassnahmen gegen den Kulturlandverlust. Die Delegierten fordern ihre Kollegen vom Schweizerischen Bauernverband auf, den Fokus ihrer Initiative nicht auf Kalorien und Quantität, sondern auf die Qualität und die Qualitätsstrategie zu legen und dies in den Initiativtext aufzunehmen.

Um Qualität ging es auch bei Gastreferentin Prisca Birrer-Heimo. Auf Ebene der Konsumentenanliegen thematisierte die Präsidentin der Stiftung Schweizer Konsumentenschutz SKS die Notwendigkeit des Zusammenspiels vom Produzenten bis zum Verkaufspunkt, welches das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten stärkt. Sie betonte, es sei trotz dieses «Miteinanders» zentral, einer funktionierenden Wertschöpfungskette nicht zu enge Grenzen zu setzen und unterstrich: «Auch die biologische Inland- Produktion ist auf ausländische Leistungen angewiesen».

Ein Wechsel kündigt sich im Bio Suisse Vorstand an: Josef Stutz tritt aus Gründen der zeitlichen Verfügbarkeit aus dem Vorstand zurück und wurde für seinen Einsatz verdankt. Seine Ersatzwahl wird an der Frühlingsversammlung 2014 stattfinden.

Grand Prix Bio Suisse für «les chemins du bio»

Die Geschichte der Vereinigung «les chemins du bio» begann 2008 mit der Idee einer kleinen Gruppe von Biobauernfamilien, die den Grundstein für ein Agrotourismuskonzept von besonderer Qualität legten. Jurypräsident Josef Lang, Historiker und Vizepräsident Grüne Schweiz, in seiner Laudatio: «Dieses Projekt vermag durch seine Vielseitigkeit, Sinnlichkeit und kommunikative Kraft in die Gesellschaft auszustrahlen, denn es zeigt die Vitalität und das Potenzial kleinbäuerlicher Familienbetriebe, die einen sehr wertvollen touristischen Beitrag für eine Randregion unseres Landes leisten.» Heute verbinden «les chemins du bio» 18 Biobauernfamilien mit ihren Höfen über die Regionen Ajoie, Pichoux, Franches-Montagnes, Vallée de Delémont und den Clos du Doubs und werden laufend weiter ausgebaut.

Zum Grand Prix Bio Suisse

Der Grand Prix Bio Suisse ist eine Weiterentwicklung des im Jahr 2006 eingeführten «Bio Suisse Förderpreis». Er zeichnet Personen oder Institutionen aus, die sich durch innovative und nachhaltige Leistungen für die Entwicklung des biologischen Landbaus und der Bioverarbeitung in der Schweiz einsetzen. Der Förderpreis wird dieses Jahr zum siebten Mal vergeben. Bio Suisse bezweckt mit diesem Preis die Stärkung des biologischen Landbaus sowie die Förderung von Angebot und Nachfrage nach Produkten aus schweizerischer biologischer Produktion.

Die bisherigen Preisträger:

  • 2006 - Initianten der «Alp de Lagh» im Val Cama, Misox GR
  • 2007 - Rosmarie Eichenberger, Initiantin der »Biowanderroute Prättigau» GR
  • 2008 - Regionalprojekte der Fédération Romande de l’Agriculture Contractuelle de Proximité (FRACP)
  • 2009 - Sativa Rheinau AG, Entwicklung eines weltweit ersten samenfesten Zuckermais
  • 2010 - Verein alpinavera, Konzept des Capricorn-Brotes aus Bioberggetreide GR
  • 2011 - Genossenschaft ValNature VS, Nachhaltigkeit im Biorebbau
  • 2013 - Vereinigung «les chemins du bio», Erlebniswanderungen von Biohof zu Biohof im Jura

Die Jury 2013:

Präsident: Josef Lang, Historiker und Vizepräsident Grüne Schweiz; Charlotte Jacquemart, Journalistin «Neue Zürcher Zeitung»; Felix Küchler, Vorgänger-Preisträger von der Genossenschaft ValNature, Arzt, Biowein- und Bio- Obstbauproduzent; Urs Brändli, Präsident Bio Suisse, Sabine Lubow, Projektleitung Bio Suisse.

Weitere Informationen und Bilder (Webseite Bio Suisse)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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