Jäten mit leistungsfähigen Geräten am Bioackerbautag vom 8. Juni in Cournillens FR

Am Schweizer Bioackerbautag vom 8. Juni in Cournillens FR werden sieben Maschinen zur Unkrautbekämpfung auf dem Sojafeld im Einsatz sein. Vor Ort können sich die Besucher ein Bild über deren Leistungsfähigkeit machen.

(07.06.2017) 

Mit zunehmendem Interesse an chemieloser Unkrautbekämpfung erhält auch die technische Weiterentwicklung effizienter Landwirtschaftsmaschinen Auftrieb. Moderne Technik macht präziseres und schnelleres Jäten zwischen und in den Reihen möglich. Dadurch lässt sich eine Endbearbeitung von Hand deutlich reduzieren. Denn besonders für den Biolandbau ist die Unkrautbekämpfung ein sehr wichtiger Rentabilitätsfaktor.

Obwohl mechanisches Jäten in erster Linie Unkraut beseitigen soll, bietet es weitere willkommene Nebeneffekte - so zum Beispiel:

  • Die Bodenkruste nach einer Regen-, Trocken- oder Windperiode zerkrümeln. Solche Krusten vermindern die Sauerstoffzufuhr und behindern den Wärmetransfer im Boden.
  • Für die Mineralisierung der Pflanzen notwendige Nährstoffe stimulieren.
  • Kapillarwirkung verhindern, welche den Boden austrocknet.
  • Für das Wachstum der Kulturen wichtige Bodenfeuchtigkeit aufrechterhalten.
  • Die Bodenoberfläche auflockern, was eine isolierende Schutzwirkung erzielt.

Am Bioackerbautag werden auf einer Soja-Parzelle am Vormittag, um 10.30 Uhr, und am Nachmittag, um 15.30 Uhr, zwei Maschinendemos zur Bodenbearbeitung gezeigt. Vier Reihen-Hackgeräte mit 3 Meter Breite und drei reihenunabhängige Maschinen mit 6 Meter Breite werden zu sehen sein. Die vier Hackgeräte sind von einer Person bedienbar: zwei mit Kamera, eine im Frontanbau und eine mit mechanischer Lenkung.

Erläuterungen zu den Vor- und Nachteilen des «precision farming» im Biolandbau erfolgen jeweils einführend. Während der Demo führen Mitarbeitende von Agroscope und Agridea die Maschinen vor. Vor und nach diesen Demonstrationen stehen Maschinenhändler für Detailerklärungen zur Verfügung.

Die Demos können selbstverständlich nur bei geeigneten Boden- und Wetterbedingungen stattfinden. Bei schlechtem Wetter bleiben sie für detaillierte Begutachtung am Ackerrand aufgestellt. An den verschiedenen Posten innerhalb der Hofgebäude und rund um das Betriebsareal werden weitere Maschinen (zum Beispiel zur Bodenbearbeitung) zu sehen sein.

Beschreibung der Maschinen

1) Hackgerät MaterMacc Unica

  • Mechanische Lenkung (folgt der Trakorspur).
  • Scheiben für die Stabilisierung in Hanglagen.

2) Reihenhackgerät Einböck Chopstar

  • Hackgerät im Frontanbau.
  • Auch hinten anhängbar und Steuerung mit Kamera.
  • Hohe Schlagkraft.
  • Parallelogramm mit 3 Positionen für gutes Eindringen in alle Böden.
  • Seitliche Auslenkung von über 6 Prozent für Hanglagen.

3) Reihenhackgerät Garford Robocrop

  • Kameralenkung mit kompaktem Steuergerät.
  • Hohe Präzision der Reihenerkennung.
  • Präzise und flexible Einstellung der Arbeitstiefe.
  • Hohe Schlagkraft.
  • Wenig empfindlich auf Fehlstellen, da die Kamera zwei Reihen auswertet.
  • Einsatz möglich ab 12.5 cm Reihenabstand.

4) Reihenhackgerät Schmotzer

  • Kameralenkung.
  • Kontinuierliche Tiefenführung der Hackelemente.
  • Gutes Eindringen der auf 3 Positionen einstellbaren Schare.
  • Parallelogrammbasierter Seitenschieberahmen mit einem Bereich von 30 cm beidseitig der Reihen.

5) Rollstriegel Einböck Aerostar-Rotation

  • Rollstriegel mit Stahlspitzen von 6 mm Durchmesser, die auf schräg gestellte «Sterne» montiert sind.
  • Homogene Arbeit dank Druckanpassung und unabhängig geführter Elemente.
  • Hydraulische Regelung des Drucks der Hacksterne.
  • Wenig empfindlich auf Ernterückstände.

6) Präzisionsstriegel Treffler TS 620/M3

  • Hackstriegel mit Zinken, auf die unabhängig von der Position ein konstanter Druck ausgeübt wird.
  • Sehr grosser Regelbereich mit einem Zinkendruck von 200 bis 5000 Gramm.
  • Aggressive, stets greifende Zinkenform.

7) Rollhackgerät Carre Rotanet

  • Rollhackgerät mit Hacksternen aus Stahl, einzeln gefedert, Unebenheiten ausgleichend.
  • Hacksterne Yetter mit Ø 540 mm und 16 Hackspitzen (2 cm Breite) an unabhängigem Arm.
  • Federspannung zur Erhöhung des Anpressdrucks.
  • Einfache Einstellung.
  • Hohe Schlagkraft.
  • Wenig empfindlich auf Ernterückstände.

Josy Taramarcaz, Agridea


Weiterführende Informationen

Mechanische Unkrautregulierung im Biosojaanbau (Rubrik Körnerleguminosen)

 

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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