Kartoffelstauden ständig kontrollieren

(18.05.2015) 

Die hohen Niederschlagsmengen mit abwechselnd hohen Temperaturen schaffen ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Pilzkrankheiten. Am schnellsten breiten sich die Pilze bei Tagestemperaturen von 20 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit aus.

Ein erster Befall ist am 12. Mai vom Warndienst phytopre.ch in der Westschweiz gemeldet worden. Das ist verhältnismässig früh, denn die Kartoffeln wurden vielerorts erst Ende April gesetzt. Umso wichtiger ist es, die Bestände ab Anfang der Blattentwicklung genau zu kontrollieren und allfällig auftretende Primärherde zu melden.

Wenn im Umkreis von 20 Kilometern ein erster Befall auftritt, muss auf Betrieben, die in grösserem Stil Biokartoffeln anbauen und demnach in den typischen Kartoffelanbaugebieten liegen, vorbeugend mit der ersten Behandlung mit 200 Gramm Reinkupfer begonnen werden. Professionelle Biokartoffelproduzenten müssen die hohen Qualitätsanforderungen der Grossverteiler erfüllen und können nichts dem Zufall überlassen. Diese Betriebe sind nach wie vor auf Kupfer angewiesen. Werden erste befallene Blätter im eigenen oder in einem Nachbarfeld festgestellt, ist die einzig wirksame Methode die grosszügige, mechanische Entfernung des Krautes und eine Applikation mit der erhöhten Dosierung von 800 Gramm Reinkupfer pro Hektare.

In eher isolierten, windexponierten Lagen kann beim Anbau toleranter Sorten ein höheres Risiko eingegangen werden. Zu diesen Sorten zählen Laura und Jelly. Steinmehl kann dort in Jahren mit geringem Pilzdruck ausreichend wirken. Die Risikobereitschaft hängt natürlich auch von der Anbaufläche und vom Umfeld ab. HD

Weiterführende Informationen

Warndienst Phythopre (Webseite Phytopre)

Behandlungsempfehlungen gegen Kartoffelkrautfäule (Rubrik Kartoffeln)

Ganze Rubrik Kartoffeln (Rubrik Ackerbau)

Merkblatt Biokartoffeln (im FiBL-Shop)

Sortenliste Biokartoffeln (im FiBL-Shop)

Betriebsmittelliste (im FiBL-Shop)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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