Komplikationen nach dem Abferkeln: MMA – Syndrom

(27.10.2008) 

Eines der häufigsten Probleme um den Geburtszeitpunkt stellt das Mastitis-Metritis-Agalaktie-Syndrom (MMA-Syndrom) dar. Es handelt sich dabei um Entzündungen, welche die Gebärmutter und/oder das Gesäuge betreffen und oft mit Milchmangel einher gehen. Ein erster Hinweis ist das Ansteigen der Körpertemperatur auf 39.5°C. Eingeschränktes Fressverhalten, ein gerötetes, hartes Gesäuge, auf dem die Fingerabdrücke sichtbar bleiben, sowie Scheidenausfluss sind weitere Anzeichen. Häufig liegen die Sauen auf ihr Euter.

Bei der Entstehung von MMA wirken viele Einzelfaktoren zusammen. Lange Geburten sind sehr ungünstig, besonders bei manueller Nachhilfe. Auch Verstopfung und Harnwegsinfektionen spielen im Krankheitsgeschehen eine zentrale Rolle. Um den Einsatz von Medikamenten zu minimieren, kommt der Vorbeugung im Biobetrieb eine entscheidende Rolle zu. Futterrestriktion, Rohfaser- und Bewegungsmangel können Verstopfung auslösen. Wer Sorge dafür trägt, dass seine Sauen in der Geburtsvorbereitung genügend Wasser aufnehmen, senkt das Risiko einer Harnwegsinfektion. Hellgelber bis weisser, aber durchsichtiger Harn deutet auf eine ausreichende Wasserversorgung hin. In dunkelgelbem, stark konzentriertem Harn können sich Kristalle bilden, welche die Harnröhre mechanisch reizen und so die Vorraussetzung für Infektionen schaffen. Wasser sollte vor dem Geburtstermin in den Trog gegeben werden.

Weitere Informationen zum Thema MMA-Syndrom erhalten Sie am 11. Dezember 2008 am Bioschweinekurs des FiBL. Auch aktuelle Themen zur Marktsituation und der Circoviren-Problematik stehen an.

Weiterführende Inforamtionen:

Bioschweinekurs vom 11. Dezember 2008
Merkblatt Zuchtsauenhaltung im Biolandbau (im FiBL-Shop)
Merkblatt Gruppensäugen (im FiBL-Shop)


Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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