Mit «Provieh» von anderen lernen

Antoine El Hayek, ein junger Biobauer aus Val-de-Ruz (NE), ist Mitglied eines Arbeitskreises von «Provieh». Diese Plattform erlaubt ihm, durch Erfahrungsaustausch und Unterstützung von externen Experten bei der Rinviehhaltung weiterzukommen.

(19.09.2016) 

2015 hat Antoine El Hayek zusammen mit seiner Tante einen Biomilchbetrieb mit 45 Hektaren Umschwung, darunter auch Bergweiden, in Cernier (NE) übernommen. Die Herde umfasst rund 50 Montbéliard-Kühe und rund 40 Rinder. Der Greyerzer-Produzent misst der Tiergesundheit grosse Bedeutung zu und schätzt den Nutzen, den er aus dem Projekt «Provieh» ziehen kann.

Was hat Sie zum Mitmachen beim Projekt «Provieh» bewogen?
Im Herbst 2015 wurde uns das Projekt mit einem praktischen Teil über BCS (Body condition scoring) auf unserem Betrieb vorgestellt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten die Möglichkeit, sich einzutragen und ich hatte sofort Interesse an diesem Ansatz zur Gesundheit von Milchkühen. Ich nehme den Mehraufwand in Kauf, um dafür eine effektive Antibiotikareduktion zu erreichen.

Wie ist der Arbeitskreis aufgebaut?
Unsere Gruppe wird von Susanne Käch, einer Biolandwirtin aus Gampelen, die auch als Moderatorin agiert, geleitet. Bei jedem Treffen besuchen wir einen Bauernhof und Suzanne bereitet die Dokumente passend zum jeweiligen Thema vor. Das erste Treffen wurde durch das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und die Chambre Neuchâteloise d’Agriculture et de Viticulture (CNAV) unterstützt, wo übrigens meine Partnerin arbeitet. Zurzeit ist das Ziel des Arbeitskreises, sich selbstständig zu organisieren.
Unsere Gruppe beinhaltet 10 Betriebe, davon sind auch einige konventionell geführt. Wir kommen alle 2 bis 3 Monate zusammen mit einer Pause im Sommer. Die Grösse der Gruppe ist ideal und garantiert einen grossartigen Zusammenhalt und eine gute Beteiligung der Mitglieder.

Welche Themen wollen Sie angehen?
Nebst dem BCS befasst sich unsere Gruppe mit Eutergesundheit, Parasiten, den Problemen mit Kälbern und der Fruchtbarkeit. Unser nächstes Thema wird das Trockenstellen sein. Die Themenwahl richtet sich nach dem Betrieb, auf dem der nächste Besuch stattfinden wird.

Was haben Ihnen diese Treffen konkret gebracht?
Betreffend Parasiten haben wir uns für eine bessere Rotation bei den Weiden der Aufzuchtskälber entschieden. Bezüglich Metritis, ein Problem das sich uns manchmal stellt, wurden die Folgemassnahmen von BCS verbessert und nach dem Kalben greifen wir auf Kapseln aus ätherischen Ölen zurück.
Was die Gesundheit der Euter angeht, wenden wir von nun an zweimal pro Woche das Zitzendippen an, auch mit ätherischen Ölen. Ausserdem herrscht ein grossartiges Verständnis zwischen den Gruppenmitgliedern und die Essen bei unseren Treffen sind sehr gesellig, was uns einen offenen und ungezwungenen Austausch erlaubt.
In der Gruppe definieren wir die Ziele, die wir erreichen wollen. Sich mit anderen vergleichen zu wollen, ohne einen falschen Konkurrenzdruck, ermöglicht Fortschritte. Denn nur zusammen, nicht jeder für sich alleine, kommen wir zu guten Ergebnissen. Christian Hirschi, FiBL

Interessiert an einem Arbeitskreis?

Hier erfahren Sie mehr zu den «Provieh»-Arbeitskreisen und können sich unverbindlich anmelden:

Arbeitskreise (Webseite Bio Suisse)

Weiterführende Informationen

Projekt «Provieh» (Rubrik Rindvieh)

Film: Provieh-Arbeitskreise - Wissensaustausch unter Bauern  (Rubrik Milchviehhaltung)

Film: Provieh – das neue Beratungsangebot von und für Tierhaltungsprofis (Rubrik Milchviehhaltung)

Provieh (Webseite Bio Suisse)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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