Neue Wege bei der Mutterkuhhaltung

(29.03.2009) 

Ein Kleinbetrieb im Zürcher Oberland geht mit seinen sieben Mutterkühen neue Wege. Ziel ist die Produktion eines qualitativ hochwertigen, zarten Rindfleisches mit wenig Aufwand für die Direktvermarktung.

Absetzer bleiben bei den Müttern
Bei der gegebenen Betriebsgrösse ist es nicht möglich, die Absetzer getrennt weiterzumästen. So bleiben die Jungtiere bei ihren Müttern, auch wenn bereits das nächste Kalb geworfen wird. Funktioniert das? Ja, die Erfahrung zeigt, dass die Mutterkühe ihre Jährlinge zwei bis drei Wochen vor der nächsten Geburt absetzen. Das heisst, die grossen Kälber werden, wie in der freien Natur, nicht mehr ans Euter gelassen. Geschlachtet werden sie im Alter von 13 bis 14 Monaten, bei einem Schlachtgewicht von 250 bis 300 Kilogramm.

Alp statt Kraftfutter

Weder die Mutterkühe noch die Kälber erhalten Kraftfutter oder Mais, sondern nur reines Weidegras, Grassilage und Heu zur freien Verfügung. Im Winter haben die Kühe 24 Stunden Zugang zu sehr guter Silage und Heu. Dies geschieht mittels Vorratsfütterung beider Futtermittel für eine Woche. Über die ganze Vegetationsperiode geniessen alle Tiere Vollweide, in den Sommermonaten ist die ganze Herde auf der Alp. Durch die Abwesenheit der Tiere liegt der Wiesenertrag im Talbetrieb höher.

Einfacher Stall
Der bestehende Anbindestall wurde mit sehr einfachen Mitteln zu einem Laufstall mit Holzboxen umgebaut. Gefüttert wird in einer Raufe auf dem betonierten Fressplatz. Wichtig ist der grosse Kälberschlupf.

Rasse

Als Mutterkühe wurden F1 Tiere aus folgenden Rassen zugekauft: milchbetonte oder kombinierte Rasse (Holstein-Frisian, Red-Holstein, Simmental oder Jersey) gekreuzt mit Angus. Die Wahl fiel auf diese Rassen, damit die Mutterkühe genügend Milch geben und Angus bringt Frühreife, Hornlosigkeit, Fettdeckung und kleine Kühe. Die Kühe werden von einem gemieteten, reinen Limousinstier im Natursprung gedeckt. Limousin bringt viel Tageszuwachs, hohe Fleischfülle und gute Fleischqualität. Die ersten Schlachtungen sehen erfolgversprechend aus. Der Tageszuwachs betrug 1000 bis 1300 Gramm. Die Fleischqualität wird zurzeit an der ALP in Posieux analysiert.

Erfahrungsaustausch

Das beschriebene System bringt klare Vorteile und die ersten Erfahrungen sehen positiv aus. Gibt es andere Betriebe die ähnlich produzieren und einen Erfahrungsaustausch begrüssen würden? Interessenten melden sich beim Autor Eric Meili (Kasten rechts).

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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