Obstlager vor der Beerensaison leeren

(15.02.2010) 

2009 war ein Jahr mit guten Wachstumsbedingungen für Kernobst. Der Feuerbrand verursachte nur geringe Schäden. In der Ostschweiz dezimierten allerdings einige Hagelzüge den Behang empfindlich. Die Vorernteschätzungen liessen gleichwohl auf hohe Erträge schliessen. Durch gemeinsame Bemühungen der Produzenten und Lagerhalter konnte aber vermieden werden, dass die vermarktbare Menge an Biokernobst bei der Einlagerung zu stark überschritten wurde. Mit 3'671 Tonnen Äpfeln und 642 Tonnen Birnen wurde die Einlagerung des Tafelobstes Ende Oktober abgeschlossen.

Die Sortenverteilung bei Biotafeläpfeln zeigt, dass das Sortiment in den letzten Jahren überarbeitet worden ist. Die jetzt stark vertretenen Sorten Gala, Topaz und Braeburn entsprechen den geschmacklichen Bedürfnissen der Konsumenten. Beliebte Sorten eignen sich aber nicht immer optimal für den ökologischen Anbau. Darum werden von der Forschung Sorten gesucht und entwickelt, die neben gefragten Geschmackseigenschaften vermehrt Krankheitsresistenzen aufweisen. Nun setzen sich im Anbau die resistenten Sorten immer mehr durch.
Bei Tafelbirnen liegt die Sortenverteilung noch nicht so günstig. Grosse Mengen Gute Luise (395 Tonnen) und nur 68 Tonnen Conférence entsprechen nicht den angestrebten Erntemengen.

In einem so starken Kernobstjahr muss der Absatz gefördert werden. Mit grosszügigen Aktionsrabatten kurbeln Produktion, Lagerhalter und Handel den Verkauf an. Da das erste Quartal jeden Jahres am wichtigsten für den Kernobstabsatz ist, fokussieren sich alle Bemühungen darauf, die Lager in diesem Zeitraum möglichst weit abzubauen. Denn hat die Beerensaison einmal begonnen, ist Lagerobst deutlich weniger gefragt.

Weiterführende Informationen:

Obstbau (Rubrik auf dieser Webseite)

Anbauempfehlungen für Biokernobst (FiBL-Shop)

Autor: Benedikt Domeyer

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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