Ödemkrankheit bei Ferkeln vermeiden

Das Absetzen der Ferkel von der Mutter ist die heikelste Phase der Aufzucht. Fehler in der Fütterung und im Futtermanagement können leicht zur Ödemkrankheit führen. Befallene Ferkel können innerhalb eines Tages verenden. Durch geeignete Massnahmen kann der Krankheit vorgebeugt werden.

(03.11.2007) 

Die Coli-Enterotoxämie (Ödemkrankheit) wird von speziellen Colikeimen ausgelöst, die wiederum verschiedene Toxine freisetzen. Die Ferkel zeigen einen schwankenden Gang, rudernde Beinbewegungen in Seitenlage und geschwollene Augenlider, Durchfall, stark erhöhte (41 °C) und dann abgesenkte Temperaturen und eine heisere Stimme. Die Krankheit kann so schnell verlaufen, dass die Ferkel innerhalb eines Tages verenden. Begünstigt wird die Ödemkrankheit durch zu hohe Rohprotein- und Mineralstoffgehalte im Futter und zu grosse Rationen. Sie befällt häufig die kräftigsten Tiere.

Um der Krankheit vorzubeugen, sollten folgende Massnahmen eingehalten werden:

  • Ein hoher Rohfasergehalt im Futter fördert die Darmmotorik und damit ein schnelleres Ausscheiden der Toxine. Deshalb sollte den Ferkeln schon vor dem Absetzen feste Nahrung gegeben werden.
  • In den ersten 10 Tagen nach dem Absetzen sollte das Ferkelfutter in kleinen Rationen angeboten werden.
  • Eine ausreichende Wasserversorgung muss gewährleistet sein (Tränke prüfen: Durchfluss 1l pro Minute).

Wenn die Ödemkrankheit im Betrieb auftritt, kann über 4 Tage gequetschter Weizen (kein Mineralfutter) gefüttert und dann langsam mit dem Ferkelfutter verschnitten werden. Ergänzend soll Silage oder Bio-Apfelessig zum Ansäuern beigegeben werden.

Im akuten Fall muss die Fütterung eingestellt und viel Wasser angeboten werden. Der Tierarzt ist zu rufen.

Die aufgeführten Massnahmen sind im Sinne des Tierschutzes, sparen Tierarztkosten und bringen mehr verkaufte Ferkel.

Für weitere Informationen:

FiBL-Ansprechpartnerin: Barbara Früh

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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