Starke Biokühe braucht das Land

(24.11.2008) 

Vergangene Woche wurde erstmals eine Preisdifferenz von einem Franken zwischen T- und A-Qualität bei den Biokühen festgelegt, eine noch stärkere Differenzierung als im konventionellen Sektor. Anlass hierzu war zwar primär die momentane Situation, in welcher der Markt von leerfleischigen Kühen überschwemmt wird. Doch auch sonst sind Schlachtkühe besserer Qualität gefragter. Es ist bekannt, dass Bell, der wichtigste Abnehmer von Biofleisch, für X-Kühe keinen Biozuschlag bezahlt. Das ist zwar unbefriedigend, aber dennoch richtungsweisend. Beim aktuellen Preisgefälle lohnt sich also das Aufmästen einer leerfleischigen Kuh, wenn Aussicht darauf besteht, dass sie an Fleischigkeit zulegen wird. Dies ist vor allem bei jüngeren Kühen des weniger milchbetonten Typs der Fall. Gesucht sind darum Ausmastbetriebe.

Langfristig ist aber zu überlegen, ob auf dem Biomilchbetrieb die richtigen Kühe stehen. Wer die Zucht auf Standortgerechtigkeit und Langlebigkeit ausrichtet, und dabei auch das ab April 2009 gültige ausschliessliche Biofütterungsgebot einbezieht, merkt bald, dass es für milchbetonte Hochleistungskühe auf dem Biobetrieb eng wird. Finden die Kühe denn auch einen Käufer? Eine berechtigte Frage in Anbetracht der Turbulenzen auf dem Milchmarkt, die wohl künftig den Schlachtkühemarkt belasten werden. Weil bei der – lange Zeit ungenügenden – Versorgung mit Bioschweinen aber erste Lichtblicke erkennbar sind, sollte es auch bei qualitativ guten Kühen weniger Absatzprobleme geben. Denn für die gefragten Biowürste und anderen Biofleischwaren braucht es beides, Schweine und Kühe.

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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