„Vielfalt für alle“ reicht 10'000 Unterschriften ein

(03.09.2009) 

Die Kampagne "Vielfalt für alle" von ProSpecieRara und Partnern (darunter auch Bio Suisse und FiBL) hat bereits 10'000 Unterschriften gesammelt und am 2. September dem Parlament und der Bundesverwaltung überreicht.

Mit der Kampagne wehren sich die Organisationen vor allem gegen die seit 1996 durchgesetzte Saat- und Pflanzgutverordnung, die den Anbau und Handel von alten Pflanzensorten immer mehr einschränken. Konkret werden die freie Produktion und der freie Handel von Saatgut alter und ungeschützter Kulturpflanzensorten und die Beibehaltung der bisherigen liberalen Umsetzungspraxis gefordert. Die Behörden sollen nur dort eingreifen, wo es um die Transparenz des Systems geht. Den alten Sorten, die sich gegen alle Widrigkeiten auf dem heutigen Markt behaupten könnten, sollten nicht noch zusätzlich durch restriktive Verordnungen der Garaus gemacht werden. Der Markt braucht nicht weniger, sondern mehr Sortenvielfalt.

Biobauern besonders betroffen

Gerade Biolandwirte haben in alten Sorten interessante Marktnischen gefunden. Zum Beispiel die mit dem Label „Pro Specie Rara“ in den Coop-Läden angebotenen Sorten werden konsequent biologisch produziert. Das Saatgut wird mehrheitlich von der Sativa Rheinau bereitgestellt. Die von der EU übernommene Regelung, dass alte Sorten nur noch in ihrem Ursprungsland und in marginalen Mengen gehandelt werden dürfen, ist skandalös und unnötig. Es widerspricht auch in ihren Grundzügen der Konvention von Rio („Biodiversitätskonvention“) welche die Schweiz unterzeichnet hat und wofür sie sich bisher stark engagiert hat.

Eine aktive Vermarktung von Landsorten ist immer noch die effizienteste Art, um Sorten und das Wissen um den Gebrauch lebendig zu erhalten. Dass viele Sorten, welche bei uns schon lange bekannt sind, ihren Ursprung nicht bei uns haben, darf dabei kein Hindernis sein. Dies widerspiegelt nur, dass schon in alten Zeiten reger Austausch zwischen den Völkern gepflegt wurde. Das Beispiel Kartoffel, welche ja ursprünglich aus Amerika zu uns gebracht wurde, zeigt, wie absurd die Regelung ist. Die urtypischen Schweizer Gerichte Röschti, Schnitz und Drunder etc. zeigen, dass diese „fremden Fötzel“ bei uns schon längst zum Kulturgut gehören. Folglich sollen unsere Landwirte, aber auch Hobbygärtner das Recht haben, alte und traditionelle Sorten uneingeschränkt anzubauen.

Kampagne geht weiter

Die Kampagne gegen das neue Gesetz ist für Biolandwirte absolut unterstützenswert. Weitergehende Informationen sowie die Unterschriftensammlung befinden sich auf:

www.vielfalt-fuer-alle.ch

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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