Welche Kartoffelsorte anbauen?

(18.02.2008) 

Rund die Hälfte der Biokartoffeln gehen in die Verarbeitung. Die Sorten bestimmt weitgehend der Handel. Da die Vorkeimdauer der gängigen Biosorten zirka zwei Monate beträgt, muss bald mit dem Vorkeimen begonnen werden.
Die Direktvermarkter wählen neben den bewährten Sorten wie Agria, Charlotte und Desirée möglichst krautfäuletolerante Sorten wie Naturella oder Appell. Diese eignen sich speziell für den Bioanbau und sind seit sechs Jahren im Anbau. Im Grosshandel haben sie sich nicht durchgesetzt. Ein Grund ist, dass Appell viele, eher kleine, ovale Knollen mit glatter, heller Schale bildet. Die Krautentwicklung und damit die Unkrautunterdrückung ist schwach. Ein weiterer Nachteil ist ihre Empfindlichkeit auf Pulverschorf. Die Vermehrung von Appell wurde eingestellt.

Auch Naturella wird verschwinden, sobald es genügend Pflanzgut der neuen Sorte Eden gibt. Diese weist zusätzlich zur Krautfäuletoleranz noch eine verbesserte Schorftoleranz auf.

Kartoffeln sind in der Pflanzgutverfügbarkeit in der Klasse 2 eingeteilt. Die biologische Vermehrung der Kartoffeln ist anspruchsvoll und risikoreich. Aus diesem Grund gab es noch nie genügend Biopflanzgut. Momentan stehen nur noch geringe Mengen von Charlotte und Nicola zur Verfügung.

Alle anderen Sorten sind ausverkauft und es muss eine Ausnahmebewilligung bei der Biosaatgutstelle (062 865 72 08) beantragt werden. Beim konventionellen Pflanzgut wird eine Lenkungsabgabe erhoben, um das Biopflanzgut Fr. 15.-/dt zu verbilligen. Die aktuelle Sortenliste kann gratis aus dem FiBL-Shop heruntergeladen werden.

Sortenliste Biokartoffeln (im FiBL-Shop)


Hansueli Dierauer
FiBL Beratung
Tel. 062 865 72 65
hansueli.dierauer(at)fibl.org


Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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