Zwei Bergler neu im Vorstand von Bio Suisse

(17.04.2014) 

An ihrer Delegiertenversammlung in Olten wählten die Delegierten von Bio Suisse mit Claudio Gregori aus Bergün und Wendel Odermatt aus Wolfenschiessen zwei Vertreter aus dem Berggebiet in den Vorstand. Die zwei Kandidaten aus dem Flachland hatten das Nachsehen. In einem weiteren politischen Geschäft unterstützte die Mehrheit der Delegierten die neutrale Haltung des Vorstands zu den beiden Ernährungsinitiativen des Schweizer Bauernverbands und der Grünen.

Die Delegierten verabschiedeten Claudia Lazzarini nach drei Jahren Tätigkeit für den Bio Suisse Vorstand und dankten ihr für ihr Engagement  im Ressort Finanzen und Personal. Claudia Lazzarini hat vor, wieder mehr Zeit mit ihrer Familie auf ihrem Betrieb im Puschlav zu verbringen. Diese kam im Rahmen ihrer Tätigkeit für den Vorstand auch auf Grund des langen Anfahrtsweges zu kurz. Im Rahmen der Vorstandswahl an der Frühlings-DV wurde gleichzeitig ein Ersatz für Josef Stutz gesucht, welcher bereits im Herbst 2013 seinen Rücktritt bekannt gab.  Josef Stutz wurde im April 2012 in den Vorstand gewählt und betreute bis November 2013 das Ressort Fachkommissionen.

Resultat widerspiegelt Mitgliederzusammensetzung

Zur Wahl für die zwei Vorstandsposten stellten sich vier valable Kandidaten (Siehe bioaktuell 2/2014 und 3/2014). Im ersten Wahlgang wurde mit absolutem Mehr der Kandidat von Bio Grischun, Claudio Gregori, gewählt. Er konnte die Delegierten wohl mit seiner offenen direkten Art und seiner  Nähe zu den Betrieben als Biokontrolleur überzeugen. Im zweiten Wahlgang schaffte Wendel Odermatt, der Kandidat von Bio Ob- und Nidwalden das nötige relative Mehr mit 44 Stimmen. Er lag damit vor Ruedi Vögele von Bio Zürich und Schaffhausen mit 36 Stimmen. Der Kandidat der Bärner Bio Bure, Hermann Arni, erreichte 19 Stimmen.

Mit Gregori und Odermatt setzten sich zwei  Kandidaten aus dem Berggebiet gegen zwei Kandidaten aus dem Talgebiet mit Schwergewicht Ackerbau durch. Das Resultat widerspiegelt die Mitgliederzusammensetzung von Bio Suisse.

Delegierte wollen bezüglich Volksinitiativen neutral bleiben

Ein weiteres kontrovers diskutiertes Geschäft betraf die offizielle Haltung von Bio Suisse zu zwei hängigen Volksinitiativen zum Thema Landwirtschaft und Ernährung, nämlich die Volksinitiative des Schweizer Bauernverbands (SBV) zur Ernährungssicherheit und die Lebensmittelinitiative der Grünen Partei. Der Vorstand hatte entschieden, keine Empfehlung abzugeben. Er lehnt die Inititativen nicht ab, unterstützt sie aber auch nicht.  Bio Nordwestschweiz hatte beantragt, dass die Delegierten darüber abstimmen sollen, ob sich Bio Suisse für die Initiativen einsetzen soll, sei es finanziell oder mit aktiver Beteiligung an der Unterschriftensammlung.

Nationalrätin Maya Graf warb für die Initiative ihrer Partei, nach dem an der Herbst DV Markus Ritter die Trommel für die SBV-Initiative rühren durfte. Milo Stoecklin legte die Argumente des Vorstands dar. Die Anliegen der SBV-Initiative seien allesamt in der Verfassung bereits abgedeckt. Zudem bestehe die Befürchtung, dass gewisse Vertreter mit der Initiative vor allem die AP 14-17 rückgängig machen wollen. "Die SBV-Initiative ist darum unnötig und bindet Ressourcen, die Bio Suisse lieber für die Entwicklung anderer politischer Themen verwenden will", erklärte Stoecklin.   Bei der Initiative der Grünen fürchtet, dass mit gesetzliche Anforderungen an die Importprodukte ein Argument für Inlandprodukte verloren ginge. Wieso sollten Konsumenten noch teure Inlandprodukte kaufen, wenn der Staat garantiert, dass die ausländischen Produkte gleich gut oder besser sind.  Nach einer angeregten Diskussion entschieden sich die Delegierten mit 51 zu 39 Stimmen bei vier Enthaltungen für eine Weiterführung der neutralen Haltung des Verbandes.

Autor: Markus Spuhler, Bio Suisse

Weitere DV-Geschäfte siehe separater Artikel:

GMF, Milch, Gärgülle: Biobauern wehren sich gegen neue Vorschriften


Weiterführende Informationen:

Porträts der beiden neu Gewählten in bioaktuell (Seiten 20 und 21)

Bio Suisse-Communiqué zur DV


Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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