Schon über 14 000 Unterschriften für den Hörnerfranken

Am 3. Schweizer Hornfest in Solothurn haben am Sonntag 300 Freunde und Freundinnen der bewehrten Kuh gefeiert und diskutiert. Die praktische Anschauung kam nicht zu kurz: Auf dem gastgebenden Knospebetrieb Rosegghof  gab es eindrucksvoll behornte Eringer zu bestaunen.

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Zum Film mit Armin Capaul (ganz unten)

„Wer einer Eringerkuh die Hörner absägt, kommt in die Kiste“, sagte Betriebsleiter Martin Riggenbach am 3. Schweizer Hornfest auf dem Solothurner Rosegghof. Das war zwar ein Witz, aber einer mit realem Bezug. Seine „Urviecher“, wie er sie mit einer Mischung aus Respekt und Zuneigung nennt, tragen wie geschätzte 100% Prozent ihrer Rassengenossinnen imposante Hörner, die der Besitzer frei wachsen lässt.

So gut geht es nur noch wenigen Kühen im Land. Nurmehr rund 10 Prozent tragen ihren natürlichen Kopfschmuck. Diesen Restbestand mindestens zu wahren und im besseren Fall wieder auszubauen, das ist das Ziel der IG Hornkuh, die am Sonntag in Solothurn das 3. Hornfest durchführte. Mit beachtlichem Erfolg: Armin Capaul, der die IG gemeinsam mit Martin Ott und Daniel Wismer initiert hat, schätzte die Besucherzahl auf 300 Personen.

Die Scheune auf dem Rosegghof war jedenfalls bis praktisch auf den letzten Platz gefüllt, als am späten Vormittag ein buntes Programm aus Märchen, Kurzvorträgen mit Argumenten für die behornte Kuh und einer Preisverteilung für erfolgreiche UnterschriftensammlerInnen geboten wurde. Hinter der als Rednerpult eingesetzten Strohballe auf einem Einachsanhänger referierten, moderiert von Martin Ott, unter anderen Sagenerzählerin Claudia Capaul, Tierschutz-Vorstandsmitglied Barbara Marty-Kälin und Juristin Vanessa Gerritsen. Diese hielt fest, dass das Enthornen gemäss einem Gutachten der Stiftung Tier im Recht weder verhältnismässig noch tierschutzkonform sei.

Das Hornfest ist ja nicht zuletzt ein politischer Event, welcher den Anstrengungen zugunsten der behornten Kuh Wind in die Segel geben soll. Armin Capaul zeichnete die erfolgreichsten Unterschriftensammler für die Hörnerfranken-Petition aus. Bei den Organisationen brillierten Demeter (1072 Unterschriften), A-Bulletin (790) und KAGfreiland (746). Die besten Privatsammlerinnen waren Christine Kradolfer aus Chur (420), Sirkka Rieder aus Arlesheim (458) und Marlen Feller vom Ökoladen in Thun (500).

Insgesamt sind bereits über 14'000 Unterschriften zusammengekommen, wie Capaul am Sonntag erklärte. Diese will die IG am 6. Dezember in Bern einreichen, um so den Druck auf den Bundesrat zu erhöhen. Capaul hofft, dass dieser seine Kompetenz wahrnehmen wird, den Hörnerfranken – einen Franken pro behornte Kuh und Tag - doch noch einzuführen, obwohl dieser im Verordnungskatalog der AP 14/17 keine Aufnahme gefunden hat. In Bundesrat Schneider-Ammann glaubt er einen guten Fürsprecher zu haben. Sukkurs erhält das Ansinnen auch vom Solothurner Ständerat Roberto Zanetti, der dem Hornfest anders als der in Washington verhinderte Schneider-Ammann seine Aufwartung machte. (akr)

Im nachstehenden Film von Adrian Krebs äussert sich Armin Capaul zum Hornfest und zur Petition.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 14.10.2013

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