Die Rückeroberung der Alpen Film: Alpenpflege mit ferngesteuertem Mulchgerät 

Problempflanzen auf Alpen und Dauerweiden im Frühjahr bekämpfen – aber mit Bedacht

Das Frühjahr ist die beste Zeit um Problemkräuter auf Alpen und Dauerweiden zu bekämpfen. Auf den tiefer gelegenen Alpen wachsen bereits Ende März aus den Rosetten der Disteln, die sich letzten Sommer gebildet haben neue, kräftige Triebe. Im Verlauf des Sommers entwickeln sich diese zu ausgewachsenen Disteln mit Samenköpfen. 

Distelblüten sind gute Wildbienenweiden und die Distelsamen sind im Herbst für Vögel willkommenes Futter. Die Ausbreitung durch Samen hält sich deshalb in Grenzen. Auf Alpen und Dauerweiden haben es vor allem die grossen Disteln schwer, sich durchzusetzen, denn der Viehtritt behindert das Wachstum. Dem muss aus Sicht des Vogelschutzes und der Insekten, die auf Blüten angewiesen sind, Rechnung getragen werden. Auch Farne und Stauden bieten Schutz für Vögel und Kleintiere - eine totale Abräumung hat somit negative Folgen für Flora und Fauna.

Alpenkreuzkraut

Das Alpenkreuzkraut ist da schon hartnäckiger und problematischer, es wächst oft auf nassen Stellen die vom Vieh umgangen werden. Alte nicht mehr funktionierende Entwässerungsgräben müssen deshalb verbessert werden. Wenn nach dem Ausreissen der jungen Pflanzen etwas Grassamen eingesät wird und die frisch ausschlagenden Wurzeln des Alpenkreuzkrautes ausgerissen werden, wird die Grasbildung gefördert. Beim Alpenkreuzkraut gilt wie bei vielen anderen Problempflanzen: nicht verblühen lassen. Alpenkreuzkraut darf nicht liegen gelassen werden - es muss immer eingesammelt und wie Kehricht entsorgt werden.

Farn

Bei Farnen gilt die 3 x 3 Regel. Die ersten drei Jahre dreimal pro Saison mähen, anschliessend nach Bedarf, bis die Farne ganz weg sind.

Pflegearbeit mit Freiwilligen

Es interessieren sich immer wieder Freiwillige für die Arbeit auf einer Alp, diese müssen aber gut angelernt werden. Eine Bekämpfung von Problempflanzen im Frühling hat den Vorteil, dass es keine grossen Pflanzenkenntnisse braucht. Die meisten breitblättrigen Kräuter sind unerwünscht. In Gebieten mit gelben Enzian muss darauf geachtet werden das dieser nicht mit dem weissen Germer, der bekämpft werden muss, verwechselt wird. fjs

Weiterführende Informationen

Die Rückeroberung der Alpen – Bericht aus dem Kurs vom 02.11.2016 (Rubrik Grünland)

Arbeitseinsatz statt Herbizide auf Alpen (Rubrik Grünland)

 

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 29.05.2017

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